Die Pause von den Wetterkapriolen an der US-Ostküste war nur kurz. Während sich viele Regionen noch von einem heftigen Wintereinbruch am vergangenen Wochenende erholen (mehr zu dem Wetterchaos hier ), bereiten sich mehrere Bundesstaaten im Südosten bereits auf einen weiteren schweren Sturm vor.
Ein Tiefdruckgebiet vor der Küste soll sich nach Angaben des nationalen Wetterdienstes zu einem Zyklon entwickeln – einem explosiv erstarkenden Wintersturm. Erwartet werden kräftige Schneefälle, orkanartige Böen und stellenweise stark eingeschränkte Sicht.
Besonders betroffen sein dürften demnach die Carolinas, Teile von Georgia und Virginia. In Küstenregionen von North Carolina rechnen Meteorologen nach US-Medienberichten mit Sturmfluten, gefährlich hohen Wellen und möglichen Schäden an Gebäuden. Lokal könnten Schneemengen fallen, die dort sonst in einem ganzen Jahr erreicht würden, hieß es.
Hinter dem Sturm strömt zudem erneut arktische Kaltluft weit nach Süden. Bis Sonntagmorgen könnten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sogar in Teilen Südfloridas auftreten – Werte, die dort laut Wetterdienst zuletzt Ende der Achtzigerjahre gemessen wurden.
Schneepflüge und Minusgrade in South Carolina
In South Carolina wiederum bereitete das Straßenamt der Hauptstadt Columbia seine acht Schneepflüge für den ersten Einsatz seit fünf Jahren vor, wie der lokale Nachrichtensender WIS10 berichtete. Am Wochenende sollten die Temperaturen auf bis zu minus 9 Grad Celsius sinken. Eigentlich liegen sie im Januar in der Region durchschnittlich bei bis zu 15 Grad.
Behörden warnen vor lebensgefährlichen Windchill-Temperaturen, also gefühlten Temperaturen, die oft deutlich unter den gemessenen Werten liegen, weil starker Wind die Wärme von der Haut abführt. Das Kälteempfinden sinkt dadurch, während gleichzeitig Unterkühlungen und Erfrierungen schneller auftreten.
Der neue Sturm folgt auf die extreme Kälte und starken Schneefälle vom vergangenen Wochenende, bei denen nach Medienberichten mindestens 85 Menschen in mehreren US-Bundesstaaten ums Leben kamen. Hunderttausende Haushalte sind vielerorts nach wie vor ohne Strom. Mehrere Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen oder verlängert und riefen die Bevölkerung auf, Reisen zu vermeiden und sich auf mögliche weitere Stromausfälle vorzubereiten.
