Gold an den Wänden, Gold am Kamin, Gold an der Fassade: Donald Trump hat das Weiße Haus in Sachen Deko einer umstrittenen Transformation unterzogen. Zu Weihnachten mögen es der US-Präsident und seine Familie offenbar nicht weniger extravagant. 51 Weihnachtsbäume haben sie in diesem Jahr auf dem Gelände des Regierungssitzes aufstellen lassen. Dazu kommen mehr als 213 Meter Girlanden, 75 Kränze, 54 Kilogramm Lebkuchen, mehr als 2000 Lichterketten und 2800 Sterne in – natürlich – Gold.
Baum zu Ehren von Pflegekindern im »Red Room«
Foto: Jim Lo Scalzo / EPATraditionell ist es an der First Lady, den Weihnachtsschmuck zu präsentieren. Melania Trumps Motto lautet in diesem Jahr »Home is where the heart is« (Zuhause ist, wo das Herz ist). Weihnachten sei eine Zeit, um die gemeinsamen Werte der USA zu feiern, heißt es laut der Nachrichtenagentur AP in einer Erklärung des Weißen Hauses. Der »amerikanische Geist der Großzügigkeit, des Patriotismus und der Dankbarkeit« erinnere daran, »dass das Herz Amerikas stark ist«.
Mit der Dekoration im »East Room« will die First Lady Berichten zufolge auf das bevorstehende 250-Jahr-Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung anspielen. Der dortige Baum ist unter anderem mit 250 Sternen und 56 Adlerornamenten für jeden der US-Bundesstaaten verziert. Dekoriert wurde auch im »Green Room«, »Blue Room« und »Red Room«, drei Salons im ersten Stock des Weißen Hauses. In Letzterem hängen zu Ehren von Pflegekindern 10.000 Schmetterlinge, laut dem Sender Fox News ein Symbol für »Veränderung und die Hoffnung, dass jedes Kind die Chance hat, sein volles Potenzial zu entfalten.«
Veränderung gibt es derzeit auch im Weißen Haus, und zwar am Ostflügel. Den hat Donald Trump zugunsten eines prunkvollen Ballsaals abreißen lassen. Der Baum für die sogenannten Gold-Star-Familien, Angehörige von gefallenen Soldaten, wurde deshalb kurzerhand mit dem offiziellen Weihnachtsbaum des Weißen Hauses zusammengelegt. Damit sparen sich die Trumps schon mal einen Baum: 2020 sollen sie gut 60 Bäume in den Regierungssitz haben bringen lassen. Jill Biden, Ehefrau von Trumps Vorgänger Joe Biden, hatte das Weiße Haus Berichten zufolge im vergangenen Jahr sogar mit mehr als 80 Bäumen dekoriert.
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Die Tradition, den Weihnachtsschmuck unter ein Motto zu stellen, geht laut dem Geschichtsverband des Weißen Hauses auf Jackie Kennedy zurück. Sie hatte das Weiße Haus 1959 in Anlehnung an Peter Tschaikowskys Ballett »Der Nussknacker« dekoriert.
