SpOn 08.02.2026
07:48 Uhr

USA: Kleinkind nach verweigerter Behandlung aus ICE-Haft entlassen


Die einjährige Amalia wurde in Gewahrsam schwer krank. Nach einem Krankenhausaufenthalt soll das Haftpersonal ihren Eltern lebenswichtige Medikamente abgenommen haben. Nun ist die Familie frei.

USA: Kleinkind nach verweigerter Behandlung aus ICE-Haft entlassen

Im US-Bundesstaat Texas ist ein Kleinkind erst nach einer Klage aus der Einwanderungshaft entlassen worden. Das 18 Monate alte Mädchen, das in der Klageschrift den Namen Amalia trägt, musste wegen einer lebensbedrohlichen Atemwegserkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Anschließend sei der Familie verboten worden, ihr in der Haftanstalt die verschriebenen Medikamente zu geben.

Auch die Eltern des Kindes wurden freigelassen. Über die am Freitag eingereichte Klage hatte zuerst der Sender NBC News berichtet .

Die Familie wurde laut Klageschrift im Dezember festgenommen, als sie zu einem Termin bei der Einwanderungsbehörde erschien. Danach kam sie in ein Haftzentrum in der texanischen Stadt Dilley. Die Bedingungen dort gelten als schlecht. Eine Anwältin berichtete dem Sender CNN  schon im Dezember, dass Kindern lebenswichtige Medikamente verweigert würden. Auch der fünfjährige Liam Conejo Ramos, dessen Fall international für Empörung sorgte, war dort inhaftiert. Sein Vater erhob später ähnliche Vorwürfe.

»Amalia wäre in Dilley fast gestorben«

In Dilley habe sich Amalias Zustand verschlechtert, schilderten die Eltern NBC News. Sie habe hohes Fieber gehabt und sich übergeben müssen. Am 18. Januar sei sie ins Krankenhaus gekommen. Ärzte diagnostizierten Covid-19, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), eine virale Bronchitis und eine Lungenentzündung.

Als Amalia nach zehn Tagen entlassen wurde, hätten ihre Eltern ein Inhalationsgerät, Nahrungsergänzungsmittel und ein Medikament ‌für die Atemwege erhalten. All das hätten Mitarbeiter des Haftzentrums ihnen bei der Rückkehr abgenommen, heißt es weiter. »Die kleine Amalia hätte niemals inhaftiert werden dürfen«, sagte die Anwältin ⁠der Familie, Elora Mukherjee. »Sie wäre in Dilley fast gestorben.«

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Die Eltern des kleinen Mädchens stammen aus Venezuela ‍und leben der Klage zufolge seit 2024 in den USA. Ihre Tochter wurde während der Flucht geboren und ist mexikanische ‍Staatsbürgerin. Die Familie hatte beabsichtigt, in den USA Asyl zu beantragen.

In Minnesota fürchten schon Kinder, von ICE in Gewahrsam genommen zu werden. Sie nehmen nur noch virtuell am Unterricht teil, Eltern schmieden Notfallpläne. Mehr dazu lesen Sie hier .

esw/Reuters