SpOn 11.02.2026
23:02 Uhr

USA: Justizministerin Pam Bondi räumt Fehler bei veröffentlichten Epstein-Akten ein


Für die Handhabe der Trump-Regierung mit den Epstein-Files hagelt es Kritik. In der hitzigen Debatte mit den Kongressabgeordneten hat US-Justizministerin Bondi auch brisante Worte für Komplizin Maxwell.

USA: Justizministerin Pam Bondi räumt Fehler bei veröffentlichten Epstein-Akten ein

Zu den bisher veröffentlichten Epstein-Akten musste sich die Justizministerin von US-Präsident Donald Trump unbequemen Fragen stellen. Pam Bondi verteidigte ihren viel kritisierten Umgang mit den Files vor einem Kongressausschuss, räumte aber auch Fehler ein.

Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen. Mitte Dezember hatte ihr Ministerium damit begonnen, Ermittlungsakten aus dem Fall Epstein zu veröffentlichen. Kurz danach waren mehr als ein Dutzend Dateien überraschend wieder verschwunden.

Bondis Stellvertreter Todd Blanche sagte damals, dass die plötzliche Löschung auf Bitten von Betroffenen erfolgt sei. Die entfernten Fotos zeigten potenzielle Opfer, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien, hieß es.

Vorwurf: Täter statt Opfer geschwärzt

In der hitzigen Anhörung im Repräsentantenhaus kritisierte der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin das Versäumnis, die Namen von Opfern zu schwärzen, während die Namen von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien. Einige der Opfer hätten sich öffentlich zum Missbrauch geäußert, viele jedoch nicht. »Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden« – das Justizministerium habe dennoch ihre Namen und Identitäten mit der Welt geteilt, kritisierte Raskin.

Sein Parteikollege Dan Goldman kritisierte Bondi und ihr Ministerium ebenfalls für »unzulässige Schwärzungen«, die aus seiner Sicht US-Präsident Donald Trump und »andere in Verbindung zu Epstein stehende Täter« schützten – während den Opfern der Taten »genau das Gegenteil« angetan worden sei. »Deren Identifikationsdaten waren das Einzige, was hätte geschwärzt werden müssen – und dies ist nicht geschehen.«

Bondi gab diesbezüglich zu: Stellenweise seien Namen von Opfern Epsteins »versehentlich« veröffentlicht worden. Diese seien nach entsprechenden Hinweisen jedoch »umgehend« geschwärzt worden. Goldman bemängelte daraufhin, dass diese Fehler nicht an mangelnder Zeit gelegen haben könnten. So habe sich Bondis Haus 75 Tage Zeit gelassen, obwohl ihm nur 30 Tage eingeräumt worden waren.

Bondi über Maxwell: Stirbt hoffentlich im Gefängnis

Die Justizministerin hat in der Anhörung auch ein paar Worte über die langjährige Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein geäußert. Ghislaine Maxwell werde »hoffentlich im Gefängnis sterben«, so Bondi. Maxwell wurde 2022 verurteilt. Sie soll Epstein Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Derzeit verbüßt sie ihre 20-jährige Haftstrafe in einem Gefängnis in Texas. Zuvor war sie in Florida inhaftiert.

Mehr zum Thema

Wenige Tage zuvor hatte die 64-Jährige vor einem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Laut US-Verfassung darf niemand in einem Strafverfahren zur Aussage gegen sich selbst gezwungen werden. Maxwells Anwalt hatte allerdings in Aussicht gestellt, dass sie im Falle einer Begnadigung bereit sei, öffentlich auszusagen.

jmm/dpa