SpOn 19.02.2026
16:18 Uhr

USA: Handelsdefizit ist 2025 trotz Zollkrieg von Donald Trump kaum gesunken


Donald Trump hat im vergangenen Jahr Strafzölle gegen zahlreiche Länder verhängt. Trotzdem ist der Importüberschuss in den USA immer noch groß. Verlierer der Zölle sind weiter vor allem die US-Amerikaner selbst.

USA: Handelsdefizit ist 2025 trotz Zollkrieg von Donald Trump kaum gesunken

Das US-Handelsdefizit ist im vergangenen Jahr kaum geschrumpft – trotz der von US-Präsident Donald Trump verhängten hohen Zölle gegen Dutzende Länder. ​Die Importe von Waren und Dienstleistungen übertrafen deren Exporte um rund 901,5 Milliarden Dollar (767,4 Milliarden Euro), wie das Handelsministerium ‌mitteilte. Das sind nur rund zwei Milliarden Dollar weniger als 2024.

Trump hatte nach seinem Amtsantritt ​im Januar 2025 zahlreiche Strafzölle eingeführt, darunter gegen Exportweltmeister China und die Europäische Union (EU). Der Republikaner hat immer ⁠wieder behauptet, ⁠sein Land werde ausgenutzt und den Protektionismus damit begründet. Für fast alle Waren aus der EU müssen seit August Zölle von 15 Prozent gezahlt werden – ein Mehrfaches des ‌früheren Durchschnittswertes.

Studien zufolge werden die Zölle fast vollständig von amerikanischen ​Importeuren und Verbrauchern ‌bezahlt. Diese tragen demnach 96 Prozent der Last, wie aus einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervorgeht. »Die Zölle sind ein Eigentor«, sagte IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz. Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle trügen, sei ein Mythos. Die Daten ‌zeigten das Gegenteil. »Die Amerikaner bezahlen die Rechnung.«

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie der regionalen Notenbank New York Federal Reserve, die von Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett ‌kritisiert wurde. »Das Papier ist eine Schande«, ​sagte Hassett am Mittwoch in einem ‌Interview mit CNBC. »Es ist meiner Meinung nach das schlechteste Papier, das ‌ich je ​in der Geschichte des Federal-Reserve-Systems gesehen habe.« Die Verantwortlichen sollten vermutlich diszipliniert werden.

Zuletzt nahm das US-Handelsdefizit ​deutlich zu. Im Dezember erhöhte es sich ⁠um fast ein Drittel auf ​mehr als ​70 Milliarden Dollar. Grund dafür waren sinkende Exporte, während die Importe gleichzeitig deutlich zunahmen.

czl/Reuters