Ein Gremium der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC hat dafür gestimmt, eine jahrzehntealte Regelung zu Impfungen für Babys zu lockern . Nicht alle von ihnen sollten direkt nach der Geburt gegen Hepatitis B geimpft werden, urteilte der beratende Ausschuss für Impfpraktiken (ACIP).
Für Neugeborene, deren Mütter negativ auf die Erkrankung getestet wurden, setzen die Berater die Impfung nicht mehr voraus. Stattdessen sollen Eltern und Ärzte entscheiden, ob das Kind geimpft wird. Zudem schlugen sie vor, mit der ersten Dosis mindestens bis zum Alter von zwei Monaten zu warten.
Der Direktor der CDC muss die Empfehlung noch offiziell übernehmen, was unter US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. aber als gesichert gilt.
Über die Regelung war tagelang lang intensiv diskutiert worden. Letztlich stimmten acht ACIP-Mitglieder dafür und drei dagegen. Wie die Onlinezeitung »The Hill« berichtet, hätten einige wenige davor gewarnt, dass die Änderungen negative Folgen haben würden. Zudem gebe es den Gegnern zufolge kaum wissenschaftliche Daten, die die Entscheidung stützten. Seit mehr als drei Jahrzehnten galt die bisherige Regelung, Neugeborene sofort zu impfen.
Gesundheitsminister Kennedy gilt als Impfskeptiker. Unter anderem legte er immer wieder nahe, es gebe einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus – eine Behauptung, die wissenschaftlich nicht haltbar ist. Im Juni hatte er die bisherigen Mitglieder des ACIP entlassen und sie vor allem durch Personen ersetzt, die ähnliche Positionen wie er selbst vertreten.
»Das ist eine Gruppe, die nicht klar denken kann«, sagte Impfstoffexperte William Schaffner der Nachrichtenagentur AP über die Entscheidung. Der Pädiater und Impfstoffforscher Peter Hotez kritisierte, das Gremium verlagere »seine Mission weg von Wissenschaft und evidenzbasierter Medizin«.
