Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat den staatlichen Impfplan für Kinder deutlich verändert. Wie das Gesundheitsministerium in Washington mitteilt, wird die Zahl der allgemein empfohlenen Impfungen reduziert.
Mehrere Impfstoffe, darunter gegen Rotaviren und Influenza, werden künftig nicht mehr als Standardimpfungen für alle Kinder empfohlen. Die Vakzine bleiben zwar verfügbar, sollen aber nur noch bei besonderen Risiken oder nach individueller ärztlicher Beratung eingesetzt werden. Bislang galten sie als fester Bestandteil der routinemäßigen Kindervorsorge.
Fachleute reagieren mit scharfer Kritik: Die Entscheidung widerspreche jahrzehntelangen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Impfprogrammen. Routineimpfungen hätten maßgeblich dazu beigetragen, gefährliche Infektionskrankheiten stark zurückzudrängen.
Impfkritiker als Gesundheitsminister
Initiiert wurde die Reform von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der die zuständige Impfkommission mit der Überprüfung der seit mehr als 30 Jahren bestehenden Empfehlungen beauftragt hatte. Kennedy gilt als prominenter Impfkritiker. Er hatte in der Vergangenheit wiederholt einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus behauptet – ein Zusammenhang, für den es nach übereinstimmender Einschätzung der Wissenschaft keine Belege gibt.
Hintergrund der Entscheidung ist eine wachsende Impfskepsis in Teilen der US-Bevölkerung. Experten warnen vor den Folgen: Bereits jetzt erleben die USA den schwersten Masernausbruch seit über 30 Jahren, mit mehr als 1400 gemeldeten Fällen in diesem Jahr.
Zwar sind Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln in vielen Bundesstaaten Voraussetzung für den Schulbesuch. Doch zahlreiche Ausnahmeregelungen – etwa aus religiösen Gründen – erlauben Eltern, ihre Kinder von der Impfpflicht zu befreien.
