SpOn 22.01.2026
02:23 Uhr

USA: Einwanderungsbehörde ICE ist jetzt auch in Maine im Einsatz


Die Regierung von Donald Trump hat einen weiteren US-Bundesstaat ausgemacht, in dem die umstrittene Einwanderungsbehörde gegen angebliche Straftäter vorgehen soll. Der Name der Mission in Maine ist vielsagend.

USA: Einwanderungsbehörde ICE ist jetzt auch in Maine im Einsatz

In den USA soll die umstrittene Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE nun im Bundesstaat Maine eingesetzt werden. Das ‌Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch mit, die »Operation Catch of the Day« (»Fang des Tages«) habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter. Insidern zufolge sind in dieser Woche mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein Ex-Mitarbeiter sagte, der Schwerpunkt liege auf Flüchtlingen.

Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele ‌Somalier, die Präsident Donald Trump in der Vergangenheit scharf kritisiert hatte.

Zuletzt hatte der ICE-Einsatz ⁠im Bundesstaat ‍Minnesota Kritik und Empörung ausgelöst. Trump hatte in den vergangenen Wochen Tausende ICE-Mitarbeiter in den Großraum Minneapolis entsandt. Das Auftreten der bewaffneten und ​oft maskierten Einsatzkräfte in militärischer Tarnkleidung hat zu ‌lautstarken Protesten der Bevölkerung ⁠geführt. Die Lage hatte sich vor knapp zwei Wochen zugespitzt, als die US-Bürgerin Renee Good in ihrem Auto von einem ICE-Mitarbeiter erschossen wurde.

»Terror- und Einschüchterungstaktiken«

In Maine hat die demokratische Gouverneurin Janet ⁠Mills bereits vergangene Woche erklärt, das aggressive Vorgehen der Trump-Regierung sei nicht willkommen. Carl Sheline, Bürgermeister der Stadt Lewiston, warf ICE »Terror- und Einschüchterungstaktiken« vor. Lewiston hat ‍einen hohen Anteil somalischer Einwohner.

Eine Sprecherin des Heimatschutzministeriums wies die Kritik zurück und warf ‍Mills vor, die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden zu blockieren. »Wir lassen nicht länger zu, dass kriminelle illegale Ausländer ‍amerikanische Bürger terrorisieren«, teilte die Sprecherin mit.

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Unterdessen wirft der Tod eines kubanischen Migranten, der in Einzelhaft in einer Haftanstalt der Einwanderungsbehörde saß, Fragen auf. Laut der Autopsie starb der 55-jährige Vater von vier Kindern aufgrund von Erstickung durch Fremdeinwirkung. Demnach hörte er auf zu atmen, nachdem Wärter ihn festgehalten hatten. Ein Zeuge berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass der Mann mit Handschellen gefesselt gewesen sei, während er von mehreren Personen festgehalten worden sei. Einer der Wachleute habe einen Arm um den Hals des Mannes gelegt und zugedrückt, bis der Häftling bewusstlos geworden sei. Dagegen erklärte die Einwanderungsbehörde, dass der Mann versucht habe, Selbstmord zu begehen. Mitarbeiter des Camp East Montana in Texas hätten versucht, ihn zu retten.

Dem AP-Bericht zufolge ist unklar, ob es sich bei dem Wachpersonal um Regierungsangestellte oder Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes handelte.

hen/Reuters/AP