Bei einem Wintersturm mit eisigen Temperaturen sind in den USA bislang mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Einige seien an Unterkühlung gestorben, andere im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen, beim Schlittenfahren oder bei Unfällen mit Schneepflügen, teilten Behörden und US-Medien mit. Über die genaue Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben, die Nachrichtenagentur AP meldet 30 Tote, AFP spricht von 23 Toten. In vielen Fällen wird noch geprüft, ob die Todesursache tatsächlich mit dem Winterwetter zusammenhängt.
Die starken Schneefälle führten zudem zu Stromausfällen, besonders im Süden der USA. In mindestens 20 Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington galt weiter der Notstand.
Laut Poweroutage.us waren am Dienstagmorgen noch immer rund 550.000 Haushalte vor allem im Süden der USA ohne Strom. Im Bundesstaat Tennessee waren fast 190.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, in Mississippi mehr als 140.000 Haushalte.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte im Onlinedienst X, die Temperaturen in weiten Teilen des Nordens der USA könnten »bis zum 1. Februar durchgehend unter dem Gefrierpunkt« liegen. Zudem stellten »rekordverdächtig niedrige Temperaturen heute Nacht im Süden« angesichts des anhaltenden Stromausfalls eine Gefahr dar.
Bis zu minus 45 Grad
An mehreren großen Flughäfen wie in Washington, Philadelphia und New York waren am Wochenende fast alle Flüge gestrichen worden. Der Internetseite Flightaware.com zufolge fielen seit Samstag landesweit mehr als 19.000 Flüge aus.
Die Kaltfront zieht seit Samstag über weite Teile der USA. Am Sonntag verlagerte sie sich vom Süden in den Nordosten. Bundesstaaten von Texas über North Carolina sowie die Ostküstenstädte Washington und New York waren betroffen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In nördlichen Bundesstaaten wurde auch für die kommenden Tage vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius gewarnt.
Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte im Vorfeld vor einem »historischen Wintersturm« gewarnt. Die Meteorologen gehen davon aus, dass mindestens 160 Millionen Menschen im ganzen Land betroffen sein werden.
US-Präsident Donald Trump mahnte die Bürgerinnen und Bürger zur Vorsicht. »Bleiben Sie in Sicherheit und bleiben Sie warm«, postete er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump nahm den heftigen Wintereinbruch zudem zum Anlass, erneut seine Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu äußern: »Könnten die Klima-Aufrührer mir bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?«, schrieb er.
Tatsächlich wird die extreme Wetterlage in den USA durch eine Verformung des Polarwirbels ausgelöst; dadurch gelangt kalte Luft aus der Arktis nach Süden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das gehäufte Auftreten dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.
