Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal 2025 schwächer gewachsen als erwartet. Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium laut einer ersten Erhebung in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 2,8 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal hatte das BIP noch um 4,4 Prozent zugelegt.
Im vergangenen Jahr hat sich das Wachstum abgeschwächt. 2025 ist die US-Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. 2024 hatte das Wachstum noch 2,8 Prozent betragen.
In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen.
Trump sieht Schuld bei Demokraten
Bereits vor Veröffentlichung der Zahlen hatte Trump die oppositionellen Demokraten verantwortlich gemacht. Sie hätten im Oktober und November die längste Haushaltssperre der US-Geschichte verursacht, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Das hätte die USA »mindestens zwei Prozentpunkte des BIP« gekostet.
Der unabhängige Haushaltsausschuss (CBO) im Kongress hält die Folgen des »Shutdown« im Herbst für weniger gravierend. Er schätzte laut einer Erklärung von Ende Januar, »dass bis zum ersten Quartal des Haushaltsjahres 2027 die kumulativen Auswirkungen eines sechswöchigen Shutdowns auf das reale BIP einen Verlust von elf Milliarden US-Dollar betragen würden – weniger als ein Prozent des BIP«.
Immerhin sind die privaten Konsumausgaben laut Handelsministerium im Dezember etwas stärker angezogen als erwartet. Zum Vormonat legten sie um 0,4 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Die privaten Einkommen stiegen wie erwartet um 0,3 Prozent.
Lesen Sie hier im Interview mit der Harvard-Professorin Gita Gopinath, wie es wirklich um die US-Wirtschaft steht.
