SpOn 14.12.2025
12:05 Uhr

USA: Donald Trump greift nach Washingtons öffentlichen Golfplätzen


Donald Trump möchte nicht nur die USA umbauen, sondern auch die Hauptstadt Washington. Jetzt droht er, öffentliche Golfanlagen unter seine Kontrolle zu bringen. Es geht dabei auch um Bauschutt aus dem Weißen Haus.

USA: Donald Trump greift nach Washingtons öffentlichen Golfplätzen

Donald Trump versucht seit Monaten, der US-Hauptstadt Washington, D.C., seinen Stempel aufzudrücken – nun möchte er auch mehrere öffentliche Golfplätze der Stadt kontrollieren, um dort Bauschutt abzuladen. Das berichtete das »Wall Street Journal« am Freitag. Der Schutt stamme aus den Abrissarbeiten des Ostflügels des Weißen Hauses. Dort lässt Trump einen Ballsaal errichten. Der Schutt wiederum soll als Baumaterial für die Renovierung eines der drei öffentlichen Golfplätze der Stadt dienen.

Die Idee dafür soll von Innenminister Doug Burgum gekommen sein, und Trump fand sie »brillant«, wie die Zeitung berichtet. Der Schutt sollte auf den »East Potomac Golf Links« landen, um diese insgesamt anzuheben. Der Platz liegt tief und nahe am Fluss und ist dementsprechend hochwassergefährdet. Bereits im Oktober luden dort erste Laster ihren Baumüll ab.

Die Golfplätze werden bisher von einer gemeinnützigen Organisation verwaltet, die sich bemüht, das Spielen dort erschwinglich zu halten. Trump versucht seit einiger Zeit, Einfluss auf die Neugestaltung der öffentlichen Anlagen zu nehmen. Jetzt hat er offenbar auch ganz offiziell behördliche Schritte eingeleitet, dem bisherigen Aufsichtsgremium die Kontrolle über die drei Plätze zu entziehen, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Diffuses Ultimatum

Die Plätze gehören formell der Nationalparkbehörde, sind aber auf 50 Jahre an den gemeinnützigen National Links Trust  (NLT) verpachtet. Der hatte sich unter Druck der US-Regierung bereit erklärt, den Bauschutt auf einen der von ihm verwalteten Plätze kippen zu lassen, aber offenbar wohl nicht schnell genug.

Der NLT bekam schon Ende Oktober Post von der Behörde: Die Organisation habe bis zum 13. Dezember Zeit, den Verzug auszugleichen – ohne mitzuteilen, worin dieser genau bestehe. Die berichtenden US-Zeitungen gehen davon aus, dass damit gemeint sein könnte, den Schutt umgehend zu verbauen oder die Plätze zu renovieren.

Trump warf dem NLT im Gespräch mit dem »Wall Street Journal« Vertragsbruch vor. Wenn bis Monatsende nichts passiere, werde man dem NLT den Pachtvertrag entziehen, und die Regierung werde die Kontrolle über die Plätze direkt übernehmen. »Und wenn wir sie machen, dann machen wir sie wirklich schön«, sagte Trump.

Die Golfspieler in Washington befürchten allerdings, dass das Spielen auf den öffentlichen Plätzen für sie unerschwinglich werden könnte, wenn Trump sie zu »Weltklasse-Zielen« ausbauen lasse. Solche Befürchtungen versuchte der US-Präsident mit dem Versprechen zu beschwichtigen, Bürger der Stadt würden reduzierte Gebühren zahlen.

Golf liegt Trump ganz besonders am Herzen. Der von ihm gegründeten Trump Organization gehören zurzeit 16 luxuriöse Golfplätze und -resorts in aller Welt, fünf weitere sind im Bau.

Trump plant »Arc de Trump«

Und in der US-Hauptstadt möchte er sich noch durch andere Projekte verewigen: Neben den pompösen Bauplänen für das Weiße Haus will er öffentliche Parkflächen neu gestalten und Obdachlose vertreiben.

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Im Oktober stellte Trump auch Pläne für einen »Triumphbogen« vor, der in D.C. entstehen solle – er soll dem weltberühmten Bogen in Paris ähneln. Dieser wurde ursprünglich für die Ehre der kaiserlichen Armeen Frankreichs errichtet. Als Trump von einem Journalisten gefragt wurde, für wen der Triumphbogen in der US-Hauptstadt errichtet werden solle, antwortete er: »Für mich.«

pat