US-Präsident Donald Trump hat mit einem Kommentar zum Tod von US-Regisseur Rob Reiner und dessen Ehefrau Michele für Irritationen und Entrüstung gesorgt. Der 79-Jährige deutete auf seiner Onlineplattform Truth Social an, dass das Ehepaar aufgrund der Anti-Trump-Haltung des Filmemachers getötet worden sei.
Rob und Michele Reiner wurden am Sonntag tot in ihrem Haus in Los Angeles gefunden. Einen Tag später ist bekannt geworden, dass die Polizei ihren gemeinsamen Sohn Nick in Gewahrsam genommen hat. Ein Motiv nannten die Ermittler bisher nicht.
Spott statt Kondolenz
Trump attestierte dem Filmemacher eine »geistige Behinderung namens Trump-Verwirrungs-Syndrom«, mit der er viel Wut bei anderen ausgelöst habe. »Er war bekannt dafür, dass er die Menschen verrückt gemacht hat mit seiner rasenden Besessenheit mit Präsident Donald J. Trump«, erklärte der Präsident weiter.
Reiner hatte sich im Laufe der Jahre mehrfach zu Trump geäußert. In einem Interview mit Variety aus dem Jahr 2017 sagte er, dass er Trump für »geistig ungeeignet« für das Präsidentenamt halte und bezeichnete ihn als den »unqualifiziertesten Menschen, der jemals das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten übernommen hat«.
Kritik von allen Seiten
Für die Äußerung, die Trump später nochmals bestärkte, erntete er massive Kritik – auch aus den eigenen Reihen. »Egal, wie man zu Rob Reiner stand, das ist ein unangebrachter und respektloser Diskurs über einen Mann, der gerade brutal ermordet wurde«, schrieb der republikanische US-Kongressabgeordnete Thomas Massie auf der Onlineplattform X. Die ebenfalls republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene kommentierte: »Das ist eine Familientragödie, es geht nicht um Politik oder politische Feinde.«
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Neben Stimmen aus der Politik äußerten sich auch Prominente. »Was für eine widerwärtige und abscheuliche Aussage«, schrieb der Schauspieler Patrick Schwarzenegger auf X. Ähnlich reagierte die Fernsehmoderatorin Whoopi Goldberg und kritisierte primär Trumps Angriffe auf Kritiker des ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk, der im September erschossen wurde.
Zitat von erschossenem Kirk eine Lehre für Trump?
Das Attentat löste Vergeltungsmaßnahmen des Weißen Hauses gegen diejenigen aus, die auf Kirks Geschichte feindseliger Rhetorik gegenüber Einwanderern, Frauen und anderen marginalisierten Gruppen hingewiesen hatten. Goldberg sagte: »Ich verstehe den Mann im Weißen Haus nicht. Er hat ausführlich über Charlie Kirk und über Fürsorge gesprochen, und dann kommt so etwas von ihm. Haben Sie kein Schamgefühl?«
Unterdessen ist auch ein Zitat des erschossenen Kirk selbst aus dem Jahr 2016 aufgetaucht: »Man kann viel über einen Menschen sagen, wenn man sieht, wie er reagiert, wenn jemand stirbt.«
