US-Präsident Donald Trump bestreitet, von Generalstabschef Dan Caine vor einem militärischen Angriff gegen Iran gewarnt worden zu sein. Entsprechende Artikel der US-Medien »Axios« und »Washington Post«, die unter Berufung auf Insider über entsprechende regierungsinterne Beratungen berichtet hatten, wies Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social als »100 Prozent inkorrekt« zurück.
Laut Trump stehe Caines Einschätzung nicht im Widerspruch zu Angriffsplänen gegen Teheran. »General Caine möchte, wie wir alle, keinen Krieg, aber wenn eine Entscheidung getroffen wird, militärisch gegen Iran vorzugehen, ist er der Meinung, dass dieser Krieg leicht zu gewinnen sein wird.«
Den Berichten zufolge hatte Caine vor den erheblichen Risiken eines Angriffs gegen Teheran gewarnt – insbesondere mit Blick auf einen womöglich langwierigen militärischen Konflikt mit der Regionalmacht am Persischen Golf und die potenzielle Lebensgefahr für US-Soldaten.
Caine soll dabei auch auf Engpässe bei der Waffenversorgung der eigenen Truppen verwiesen haben. Die Arsenale des US-Militärs seien demnach durch Washingtons Unterstützung Israels und der Ukraine geschmälert worden.
Ebenfalls dementierte Trump die zuletzt diskutierte Option, die USA könnten erneut begrenzte Militärschläge gegen Iran durchführen, um die Machtbasis der dortigen Regierung weiter zu schwächen. Caine habe weder davon gesprochen, Iran nicht anzugreifen, noch von begrenzten Schlägen, behauptete der Präsident.
Trump: »Würde lieber einen Deal haben«
Trump hofft offenbar, den Druck auf das Regime in Teheran mit vagen Andeutungen weiter zu erhöhen. Einzig er selbst werde letztlich eine Entscheidung über das Vorgehen treffen, so der Präsident. »Ich würde lieber einen Deal haben als keinen, aber wenn wir keinen Deal erzielen, wird es ein sehr schlechter Tag für dieses Land und leider auch für seine Bevölkerung«, so Trump in Richtung Iran.
Tatsächlich bringt Washington im Nahen Osten bereits seit Wochen eine Streitmacht in Stellung . Ein weiteres Signal setzte die US-Armee am Montag: Der Flugzeugträger USS »Gerald R. Ford« lief eine US-Basis auf der griechischen Insel Kreta an und gelangt damit ebenfalls zunehmend in Schlagweite für einen Angriff auf Iran.
Neuer Druck vor den nächsten Verhandlungen in Genf?
Vertreter der USA und Irans verhandeln seit Kurzem wieder über das umstrittene iranische Atomprogramm. Greifbare Fortschritte scheint es bislang nicht zu geben. An diesem Donnerstag soll es US-Regierungskreisen zufolge eine weitere Gesprächsrunde in Genf geben.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte dem US-Sender CBS News jüngst, er gehe davon aus, dass man beim nächsten Treffen »einen tragfähigen Text ausarbeiten und rasch zu einer Einigung kommen« könne.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, die an den jüngsten Verhandlungen in der Schweiz beteiligt waren, drängten Trump dazu, mit etwaigen militärischen Schritten zu warten und der Diplomatie eine Chance zu geben, berichtete »Axios«.
Trump selbst hatte am Donnerstag vergangener Woche eine Frist von 10 bis 15 Tagen als ausreichend für ein Abkommen mit Iran bewertet. Das sei aber »so ziemlich das Maximum«.
