SpOn 20.01.2026
16:21 Uhr

USA: Dänemarks Pensionsfonds verkauft seine US-Staatsanleihen


Mitten in der Grönlandkrise stößt Dänemarks Pensionsfonds US-Staatsanleihen im großen Stil ab – angeblich nicht aus politischen Gründen.

USA: Dänemarks Pensionsfonds verkauft seine US-Staatsanleihen

US-Präsident Donald Trump droht Dänemark, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. In dieser Lage gibt der dänische Pensionsfonds AkademikerPension nun bekannt, dass er Bestände an US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar verkaufen wird. Das entspricht knapp 85 Millionen Euro. Das begründet der Fonds mit der schwachen Finanzlage der US-Regierung.

In einer Mitteilung betont AkademikerPension, dass der Schritt nicht als politisches Statement im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen Dänemark und den USA zu verstehen sei. Die Maßnahme werde bis Ende des Monats umgesetzt.

»Die Entscheidung ist auf die schlechte Finanzlage der US-Regierung zurückzuführen, die uns zu der Überzeugung gebracht hat, dass wir uns um eine alternative Form des Liquiditäts- und Risikomanagements bemühen müssen«, wird Investmentdirektor Anders Schelde in einer schriftlichen Stellungnahme zitiert. »Sie steht also nicht in direktem Zusammenhang mit den anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Europa, aber natürlich haben uns diese die Entscheidung nicht schwerer gemacht.«

AkademikerPension verwaltet laut Angaben auf seiner Website insgesamt 164 Milliarden dänische Kronen, das entspricht rund 25,74 Milliarden US-Dollar.

Dänemark will sich gegen Trump wehren

US-Präsident Donald Trump will das zu Dänemark gehörende Grönland mit allen Mitteln in seinen Besitz bringen. Als Reaktion auf die Solidarität europäischer Nato-Länder mit Dänemark und Grönland hatte er angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle zu verhängen, um den Widerstand gegen einen Verkauf der Arktisinsel an die USA zu brechen.

Die Regierungschefs von Dänemark und Grönland kündigten dagegen Widerstand an. »Europa muss antworten. Dazu sind wir gezwungen«, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Parlament in Kopenhagen. »Niemand in Europa wünscht sich das, aber es ist das Richtige.«

Dänemark habe nie einen Konflikt gesucht und werde nun trotzdem von seinem engsten Verbündeten bedroht, sagte Frederiksen. Ein Handelskrieg werde Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks kosten. »Das Schlimmste liegt vielleicht noch vor uns«, so die Regierungschefin weiter. Fundamentale Werte wie Souveränität, Identität, Grenzen und Demokratie seien für Dänemark nicht verhandelbar.

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Es sei nicht wahrscheinlich, dass die USA von militärischer Gewalt Gebrauch machten, sagte der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen kurze Zeit später bei einer Pressekonferenz. »Aber wir müssen auf alles vorbereitet sein.« Das gelte nicht nur für Grönland und die Nato-Partner, sondern auch für die Bevölkerung, sagte Nielsen. Die Situation mache allen Grönländerinnen und Grönländern zu schaffen – von Kindern bis zu älteren Menschen.

ptz/Reuters