SpOn 24.01.2026
18:13 Uhr

USA: Bundesbeamte erschießen Mann in Minneapolis


Wenige Wochen nach den Schüssen auf Renée Good haben Bundesbeamte in Minneapolis erneut einen Menschen getötet. Gouverneur Tim Walz wendet sich ans Weiße Haus und fordert ein Ende des Einsatzes der Einwanderungsbehörde.

USA: Bundesbeamte erschießen Mann in Minneapolis

Bundesbeamte haben in Minneapolis in Zusammenhang mit dem harten Vorgehen der Trump-Regierung gegen Einwanderer erneut einen Menschen erschossen. Wie der Chef der Polizei von Minneapolis, Brian O'Hara, bei einer Pressekonferenz bekannt gab, handelt es sich bei dem Toten wahrscheinlich um einen 37 Jahre alten, weißen Mann aus Minneapolis, einen US-Staatsbürger. Er habe mehrere Schussverletzungen erlitten und sei an ihnen gestorben.

»Minnesota hat genug«

»Wie viele weitere Einwohner, wie viele weitere Amerikaner müssen sterben oder schwer verletzt werden? Diese Invasion von diesen schwer bewaffneten maskierten Männern, die durch unsere Straßen von Minneapolis ziehen, muss enden«, sagte Jacob Frey, der Bürgermeister von Minneapolis, auf einer Pressekonferenz kurz nach der Tötung. Er wandte sich direkt an Trump: »Wir bitten Sie: Handeln Sie jetzt. Ziehen Sie diese Bundesbeamten ab.«

Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte zuvor bereits Kontakt zum Weißen Haus aufgenommen und sich ähnlich geäußert. Der Demokrat schrieb auf X von einem »weiteren entsetzlichen Schusswaffenangriff«. Und weiter: »Minnesota hat genug. Das ist widerlich.« Außerdem forderte er Donald Trump auf, den Einsatz der Einwanderungsbehörde zu beenden: »Zieht die Tausenden gewalttätigen, untrainierten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt.«

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Das US-Heimatschutzministerium schrieb bei X, die Person sei bewaffnet gewesen. Sie habe sich den Beamten genähert, die gerade eine »gezielte Operation gegen einen illegal eingereisten Ausländer, der wegen eines gewaltsamen Angriffs gesucht wurde« durchgeführt hätten. Die Beamten hätten versucht, den Verdächtigen zu entwaffnen, doch dieser habe »heftigen Widerstand« geleistet, so berichtet das Heimatschutzministerium. Aus »Angst um sein Leben und die Sicherheit seiner Kollegen« habe ein Beamter geschossen. Der Polizeichef sagte, der Mann sei berechtigt gewesen, eine Waffe zu tragen.

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Die Stadt Minneapolis postete auf X, man sei über Berichte über einen Schussvorfall in der Stadt unter Bundesbeamten-Beteiligung informiert und arbeite daran, Details mitzuteilen. Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert und von US-Sendern gezeigt wird, zeigt Menschen in Masken und Schutzwesten, die mit einem Mann ringen. Dann sind Schüsse zu hören. Der Mann stürzt zu Boden, dann sind weitere Schüsse zu hören.

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Nach dem tödlichen Vorfall versammelte sich eine wütende Menschenmenge. Der Polizeichef von Minneapolis rief die Menschen auf, das Gebiet zu verlassen, friedlich zu bleiben und die Stadt nicht zu zerstören. Er wandte sich jedoch an die Bundesbehörden und forderte von den Beamten »Disziplin, Menschlichkeit und Integrität«. Weiter sagte er, es habe Kontakt mit dem Heimatschutzministerium gegeben, diese hätten jedoch keine Details zu dem Vorfall mitgeteilt.

3000 Festnahmen

Die Schüsse ereigneten sich, während die Proteste wegen eines anderen tödlichen Vorfalls andauern. Anfang Januar hatte ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis die 37-jährige Renée Good in ihrem Auto erschossen.  Der Fall hatte großes Entsetzen und Proteste ausgelöst. Die Regierung bezeichnete das Vorgehen als Notwehr, Demokraten und Demonstranten sprachen von übermäßiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.

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Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump. Seit Beginn der verstärkten Einsätze in Minnesota sind nach Angaben der US-Regierung rund 3000 Menschen festgenommen worden. Mehrere Klagen lokaler Behörden gegen das Vorgehen der Bundesbehörden sind derzeit bei Gerichten anhängig.

bbr/AP/Reuters/dpa