Die Anhörungen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton zum Fall Jeffrey Epstein vor dem US-Kongress sind veröffentlicht worden. Darin schilderte der Ex-Präsident auch eine Unterhaltung mit dem heutigen Präsidenten Donald Trump.
Die Videos zeigen die unter Eid abgegebenen Aussagen der Clintons in einem Gebäude in Chappaqua im US-Bundesstaat New York, wo das Ehepaar lebt. Die stundenlangen Befragungen vor einem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses sollten zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals um den Sexualstraftäter und Financier Jeffrey Epstein beitragen.
Beide hatten betont, keine Kenntnis von Epsteins Straftaten gehabt zu haben. Bill Clintons Name und Bilder von ihm tauchen in Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf. Bekannt ist unter anderem, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weißen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste. Nennungen in den Akten allein gelten jedoch nicht als Beleg für Fehlverhalten.
Clinton: Trump hat nichts Verdächtiges gesagt
Der heute 79-Jährige schildert, Trump habe ihm Anfang der Nullerjahre auf einem seiner Golfplätze gesagt, dass er sich mit Epstein zerstritten habe – »alles wegen eines Immobiliendeals«. US-Medien verweisen seit Jahren unter anderem auf einen Streit über ein Luxusanwesen in Florida als möglichen Wendepunkt der Beziehung.
Clinton sagte zudem, Trump habe ihm »nie etwas« gesagt, das ihn glauben lasse, dieser sei im Zusammenhang mit Epstein in »irgendetwas Unangemessenes« verwickelt gewesen. »Das ist die Wahrheit«, heißt es in der veröffentlichten Aussage weiter. Er habe »keine Informationen«, wonach Trump etwas Falsches getan habe.
Trumps wechselhafte Aussagen über Epstein
Die Darstellung steht neben unterschiedlichen öffentlichen Aussagen Trumps zu seiner früheren Beziehung zu Epstein. 2002 hatte Trump Epstein in einem Interview noch als »tollen Kerl« bezeichnet und gesagt, dieser möge schöne Frauen »auch auf der jüngeren Seite«.
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- Befragung von Hillary Clinton: »Ich weiß nicht, wie oft ich sagen musste: Ich habe Epstein nicht gekannt« Von Britta Kollenbroich, Washington, D.C.
- Fall Jeffrey Epstein: Das Rätsel um die fehlenden Trump-Akten Von Frank Hornig und Britta Kollenbroich, New York und Washington, D.C.
Später distanzierte er sich und erklärte, er habe sich mit Epstein überworfen und sei »kein Fan« gewesen. In jüngerer Zeit begründete Trump das Ende der Beziehung zudem damit, Epstein habe Mitarbeiterinnen aus dem Spa seines Clubs Mar-a-Lago abgeworben – Details dazu variieren je nach Darstellung.
