SpOn 26.02.2026
06:45 Uhr

USA: Behörden nehmen früheren Air Force-Piloten wegen mutmaßlicher Ausbildertätigkeit für China fest


Ein ehemaliger US-Kampfjetpilot mit Kenntnissen des Hightech-Jets F-35 soll nach seiner Zeit bei der Air Force Trainings für das chinesische Militär durchgeführt haben. Das Justizministerium sieht darin einen schweren Regelverstoß.

USA: Behörden nehmen früheren Air Force-Piloten wegen mutmaßlicher Ausbildertätigkeit für China fest

Die US-Justiz spricht von einem mutmaßlichen Betrug des eigenen Landes: Ein erfahrener früherer Kampfpilot der Air Force soll ohne Genehmigung Piloten des chinesischen Militärs trainiert haben.

Der 65-jährige Gerald B., der in den USA in der Vergangenheit unter anderem Piloten für den Einsatz des modernen Tarnkappen-Kampfflugzeugs F-35 trainierte, sei im Bundesstaat Indiana festgenommen worden, teilte das Justizministerium  mit. Demnach muss für die Ausbildung ausländischer Streitkräfte durch US-Staatsangehörige zwingend eine Genehmigung des US-Außenministeriums vorliegen. B. besaß diese offenbar nicht.

Der Elite-Kampfpilot mit jahrzehntelanger Erfahrung im Fliegen von US-Militärflugzeugen habe gegen Bestimmungen der Waffenexportkontrolle verstoßen, hieß es. Konkret soll B. mindestens ab dem August 2023 chinesische Militärpiloten trainiert haben.

Er habe »mutmaßlich sein Land betrogen, indem er chinesische Piloten darin ausbildete, gegen jene zu kämpfen, die zu beschützen er geschworen hat«, erklärte das Justizministerium. Feinde der USA zu trainieren, stelle »eine bedeutende Bedrohung der nationalen Sicherheit« dar.

Der langjährige Soldat sei 1996 aus dem Dienst des US-Militärs ausgeschieden. Im Laufe seiner Karriere bei der Luftwaffe habe er unter anderem Einheiten kommandiert, die für Trägersysteme von Atomwaffen verantwortlich gewesen seien. Zudem habe er Piloten des US-Militärs geschult. Als Zivilist habe er unter anderem Frachtmaschinen geflogen und für US-Rüstungsunternehmen Piloten trainiert.

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Der Beschuldigte soll heute in Indiana dem Haftrichter vorgeführt werden. Das Ministerium veröffentlichte die Anklage zunächst nicht, daher war unklar, welche Strafe ihm maximal drohen könnte.

B. wäre indes nicht der erste westliche Kampfjetpilot, der sein Wissen mit Chinas Militär teilt. Der SPIEGEL hatte gemeinsam mit dem ZDF bereits 2023 enthüllt, dass auch deutsche Piloten für viel Geld ihre Kenntnisse mit Chinas Volksbefreiungsarmee teilten. Mehr darüber lesen Sie hier. 

fek/dpa