SpOn 11.02.2026
19:06 Uhr

USA: Behörden melden »Neutralisierung« von mexikanischer Kartell-Drohne


Warum sollte der Luftraum über El Paso in Texas zehn Tage lang gesperrt werden? Der US-Verkehrsminister sprach später von einer ausgeschalteten Drohne, eine demokratische Abgeordnete zweifelt an der Darstellung.

USA: Behörden melden »Neutralisierung« von mexikanischer Kartell-Drohne

US-Behörden haben nach eigener Aussage Drohnen mexikanischer Kartelle ausgeschaltet. Drohnen seien in den Luftraum der USA eingedrungen, teilte US-Verkehrsminister Sean Duffy bei X mit. »Die Bedrohung wurde neutralisiert«, schreibt er. Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA und das sogenannte Kriegsministerium hätten schnell reagiert. Die Trump-Regierung hatte das US-Verteidigungsministerium im vergangenen September umbenannt.

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Nur wenige Stunden vorher hatte die Behörde den Luftraum über El Paso im US-Bundesstaat Texas aus »besonderen Sicherheitsgründen« für zehn Tage gesperrt – bevor der Flugbetrieb wieder freigegeben wurde. »Es besteht keine Gefahr für die kommerzielle Luftfahrt«, schreibt die Behörde auf X . »Alle Flüge werden wie gewohnt wieder aufgenommen.« Der Flughafen El Paso ist ein wichtiges Drehkreuz im Süden der USA.

Veronica Escobar, demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus aus El Paso, widersprach der Drohnen-Darstellung der Trump-Regierung laut »New York Times« : Dies sei nicht die Information, die sie im Kongress mitgeteilt bekommen habe. Die FAA habe die Sperrung so schnell aufgehoben, da es keine Bedrohung gegeben habe, zitiert die »New York Times« Escobar. »Die Informationen der Regierung ergeben keinen Sinn.«

Die Stadt El Paso grenzt unmittelbar an die mexikanische Stadt Ciudad Juárez. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, es gebe keine Informationen zu Drohnen an der Grenze. Die FAA könne sich bei Fragen an die mexikanische Regierung wenden.

Renard Johnson, Bürgermeister von El Paso, sagte laut der »New York Times«, die FAA habe ihn nicht zu den Gründen für die drastische Maßnahme informiert. »So etwas kann man einfach nicht machen«, sagte er demnach. Es habe keine Absprache zwischen der FAA und der Stadt oder dem Flughafen im Vorfeld gegeben. Das habe zu Chaos geführt, medizinische Evakuierungsflüge mussten laut Johnson umgeleitet werden.

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In der Vergangenheit kam es häufig zu Drohnenüberflügen in der Region: Allein in der zweiten Jahreshälfte 2024 seien mehr als 27.000 Drohnen innerhalb von 500 Meter Entfernung zur Grenze zwischen den USA und Mexiko entdeckt worden, sagte ein Vertreter des US-Heimatschutzministeriums im vergangenen Sommer im US-Kongress aus. Meist fliegen die Drohnen spät in der Nacht, heißt es, schmuggeln Drogen und beobachten Grenzschutzeinheiten.

jml/Reuters/AP/dpa