Die US-amerikanische Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) ist ein Kind des Civil Rights Act von 1964 und hat den Auftrag, Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf zu beenden. Nun ermittelt die US-Behörde nach Berichten der New York Times gegen den Sportartikelhersteller Nike: aufgrund von angeblicher Diskriminierung gegen weiße Arbeiter.
Die EEOC erklärte, sie untersuche »systematische Vorwürfen der vorsätzlichen rassistischen Diskriminierung« gegen weiße Mitarbeiter und Bewerber bei Nike. Die Ermittlungen wurden bekannt, als die EEOC bei einem Bundesgericht in Missouri einen Antrag stellte, um Nike zur Einhaltung einer Monate alten Vorladung zu zwingen.
Es ist der wohl erste Fall, in dem die Kommission erklärt hat, dass die sogenannte DEI-Politik (diversity, equity, inclusion) am Arbeitsplatz zu Diskriminierung gegen Weiße führen könnte. Nike ist für die Behörde ein prominentes Ziel. Das Sportartikel-Unternehmen unterhält Sponsoring-Partnerschaften mit weltberühmten Sportlern wie LeBron James und Caitlin Clark.
Nach Angaben der New York Times ist die Untersuchung die erste größere rechtliche Maßnahme, die die Kommission unter ihrer Vorsitzenden Andrea Lucas angekündigt hat. Lucas hatte bei ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr Programme für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion zu einem ihrer Ziele gemacht hat. In einem kürzlich geführten Interview sagte sie: »Es ist klar, dass ich mich vorrangig mit Rassendiskriminierung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts befassen muss, die aus DEI hervorgehen.« Anders als von Lucas dargestellt, ist das Ziel von DEI-Politik eigentlich, Diskriminierung abzubauen.
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Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Trump Nike kritisiert, weil der Konzern Werbespots mit Colin Kaepernick zeigte. Der Football-Star Kaepernick hatte während der Nationalhymne beim Superbowl gekniet, um gegen Rassismus und Polizeibrutalität zu protestieren.
