SpOn 10.12.2025
04:01 Uhr

USA: Außenministerium unter Marco Rubio nutzt jetzt Times New Roman statt Calibri


Calibri war wohl zu woke: US-Außenminister Marco Rubio kassiert eine Anordnung seines Amtsvorgängers und erklärt Times New Roman wieder zur offiziellen Schriftart. Es gehe um »Würde und Professionalität«.

USA: Außenministerium unter Marco Rubio nutzt jetzt Times New Roman statt Calibri

Der Terminkalender von US-Außenminister Marco Rubio dürfte in diesen Tagen rappelvoll sein. Da sind zum Beispiel die Verhandlungen zum Ukraine-Friedensplan. Oder der neue Sicherheitskurs der USA, an dem Rubio maßgeblich beteiligt war (hier  mehr zu seiner Rolle bei der Anti-EU-Strategie). Es bleibt aber auch Zeit für vergleichsweise banalere Dinge: Am Dienstag wies Rubio die Angestellten des Außenministeriums an, in offiziellen Mitteilungen künftig wieder die Schriftart Times New Roman zu verwenden. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, aus dem unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters und die »New York Times«  zitieren.

Rubio macht damit eine Entscheidung seines Amtsvorgängers Antony Blinken rückgängig, der Calibri Anfang 2023 zur Amtsschriftart erklärt hatte. Zur Begründung hieß es damals, die moderne, serifenlose Schriftart sei für Menschen mit Behinderungen besser zugänglich, da sie keine dekorativen eckigen Merkmale aufweise und die Standardschriftart in Microsoft-Produkten sei.

Wie Marco Rubio seine Anweisung begründet

Rubio wiederum ließ am Dienstag mitteilen, mit der Rückkehr zu Times New Roman solle die »Würde und Professionalität der schriftlichen Arbeit des Ministeriums« wiederhergestellt werden. Calibri sei im Vergleich zu Serifenschriften wie Times New Roman »informell« und passe nicht zum offiziellen Briefkopf des Ministeriums. Außerdem solle mit der Rückkehr ein »weiteres, verschwenderisches« DEIA-Programm abgeschafft werden.

Die Abkürzung DEIA steht für die englischen Begriffe für Diversität, Chancengleichheit, Inklusion und Barrierefreiheit. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump geht seit ihrem Amtsantritt gegen solche Programme vor, da sie diese als diskriminierend ansieht. Gleich an Tag eins seiner Präsidentschaft unterzeichnete Trump das berüchtigte Dekret 14173  . Das Dokument kehrt das Verständnis von Rassismus und Diskriminierung komplett um. Laut Trumps Logik sind es primär weiße, männliche US-Bürger, die vor der Diskriminierung durch die sogenannte Woke-Bewegung geschützt werden müssen.

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Verschickt wurde Rubios Mitteilung unter dem Titel: »Rückkehr zur Tradition: Times New Roman 14-Punkt-Schrift für alle Abteilungsdokumente erforderlich.«

Laut der »New York Times« war Times New Roman bis zur Umstellung 2023 fast 20 Jahre lang die offizielle Schriftart des Ministeriums. Bis 2004 sei es Courier New gewesen.

aar/Reuters