SpOn 24.01.2026
06:30 Uhr

US-Verteidigungsstrategie: Fokus auf China, weniger Unterstützung für Europa


Die Nationale Sicherheitsstrategie von Trumps Regierung hat die europäischen Partner geschockt. Jetzt veröffentlicht sie ihre Verteidigungstaktik, in der auch Europa vorkommt – jedenfalls ein wenig. Der Fokus liegt woanders.

US-Verteidigungsstrategie: Fokus auf China, weniger Unterstützung für Europa

Die USA wollen zwar weiter fester Bündnispartner der Nato und damit Verbündeter der Europäer sein, sehen in der Verteidigung ihres Heimatlandes und der Abschreckung Chinas aber eine Priorität. Das geht aus der neuen nationalen Verteidigungsstrategie  der Regierung von Donald Trump hervor.

Man werde weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der Nato spielen – auch wenn man die Präsenz in Europa justiere, heißt es. Und weiter ist in der Strategie festgehalten: Europa bleibe zwar wichtig, ihr Anteil an der globalen Wirtschaftsmacht sinke jedoch.

In Europa und anderen Regionen würden Verbündete die Führung gegen Bedrohungen übernehmen, die für sie schwerwiegender seien als für die USA – »mit entscheidender, aber begrenzter Unterstützung der Vereinigten Staaten«.

Verbündete sollen massive Erhöhung der Verteidigungsausgaben umsetzen

Der US-Kongress hatte Ende vergangenen Jahres ein Gesetz für einen Verteidigungshaushalt beschlossen, das anders als die nationale Sicherheits- und Verteidigungsstrategie eher dem traditionellen Ansatz bisheriger Verteidigungsprioritäten entspricht.

Mit Blick auf die US-Truppenpräsenz in Europa legt das Gesetz fest, dass die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen darf. Zuletzt waren Schätzungen zufolge mehr als 80.000 US-Soldaten in Europa stationiert.

Mehr zum Thema

Zentral für die USA ist, dies wird in der 34-seitigen Verteidigungsstrategie betont, dass ihre Verbündeten die Nato-Vereinbarung zur massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben umsetzen.

Unter dem Eindruck von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und auf Drängen Trumps hatte die Nato im vergangenen Juni vereinbart, künftig mindestens einen Betrag von 3,5 Prozent des nationalen BIP in Verteidigung zu investieren. Hinzukommen sollen dann noch einmal 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben, etwa Infrastruktur.

jon/dpa