SpOn 07.12.2025
09:14 Uhr

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigt Angriff auf mutmaßliches Drogenboot


Pete Hegseth hält den umstrittenen US-Schlag gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Karibik weiter für richtig. Die USA würden diese »jagen, wie wir al-Qaida gejagt haben«.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigt Angriff auf mutmaßliches Drogenboot

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hält am umstrittenen Vorgehen des US-Militärs gegen mutmaßliche Drogenschmuggler fest. Den Kampf gegen die Drogenkriminalität hat er einmal mehr mit dem Kampf gegen die islamistische Terrororganisation al-Qaida verglichen. »Diese Drogenterroristen sind die al-Qaida unserer Hemisphäre, und wir jagen sie mit derselben Raffinesse und Präzision, mit der wir al-Qaida gejagt haben«, sagte der Pentagon-Chef beim Reagan National Defense Forum in Simi Valley im US-Bundesstaat Kalifornien.

Die USA würden die Drogenschmuggler so lange töten, wie diese Amerikaner mit Drogen vergifteten, die so tödlich wären, dass sie chemischen Waffen gleichkämen, so Hegseth.

Hegseth verteidigt umstrittenen Angriff

Hegseth, der sich inzwischen als Kriegsminister bezeichnet, steht aktuell wegen eines besonders umstrittenen Angriffs des US-Militärs auf mutmaßliche Drogenschmuggler  in der Karibik in der Kritik. Anfang September soll das US-Militär dabei zwei Menschen, die einen ersten Angriff zunächst überlebt hatten, gezielt getötet haben. Laut Experten könnte das gegen das Völkerrecht verstoßen haben – die Männer hatten sich der »Washington Post« zufolge an das Wrack geklammert und stellten keine unmittelbare Bedrohung dar. Welche Rolle Hegseth genau bei dem Angriff spielte, ist noch unklar. Er selbst bestritt eine direkte Verantwortung für den zweiten Angriff bereits zuvor und bekräftigte das nun.

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Hegseth zufolge hat der zuständige Kommandant, Admiral Frank M. Bradley, die Entscheidung für den zweiten Angriff getroffen, über den er selbst erst im Nachhinein informiert worden sei. »Nach meinem damaligen Verständnis und meinem heutigen Verständnis unterstütze ich diesen Angriff vollkommen«, betonte Hegseth. »Ich hätte selbst dieselbe Entscheidung getroffen.«

In der Debatte über diesen umstrittenen Angriff forderten die Demokraten in den USA zuletzt auch die Veröffentlichung von Videomaterial dazu. US-Präsident Donald Trump zeigte sich jüngst offen dafür, Hegseth äußerte sich nun zurückhaltender. Auf die Frage, ob er das vollständige Video veröffentlichen werde, sagte er, man prüfe dies gerade und werde sehen. Im Raum steht mittlerweile auch der Verdacht auf Kriegsverbrechen. Lesen Sie dazu hier mehr. 

czl/dpa