SpOn 18.12.2025
23:10 Uhr

US-Regierung geht gegen Geschlechtsangleichungen vor


Seit Beginn seiner Amtszeit schränkt US-Präsident Trump die Rechte von trans Menschen massiv ein. Nun verbietet das Gesundheitsministerium Krankenhäusern, geschlechtsangleichende Behandlungen an Minderjährigen durchzuführen.

US-Regierung geht gegen Geschlechtsangleichungen vor

Das US-Gesundheitsministerium will mit umfassenden Maßnahmen geschlechtsangleichende Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen deutlich einschränken. Krankenhäuser dürfen künftig keine entsprechenden Eingriffe mehr an Kindern unter 18 Jahren vornehmen, wenn sie an den staatlichen Krankenversicherungsprogrammen Medicaid und Medicare teilnehmen und dort Leistungen abrechnen wollen. Das geht aus einer Mitteilung des Ministeriums hervor.

Während Medicaid Menschen mit geringem Einkommen absichert, richtet sich Medicare an ältere Menschen und Personen mit Behinderungen. Die Programme stellen für viele Kliniken eine zentrale Finanzierungsquelle dar. Künftig darf der Bundesanteil von Medicaid zudem nicht mehr genutzt werden, um hormonelle Behandlungen und operative Eingriffe zur Geschlechtsangleichung zu finanzieren.

Trans Menschen oder Transgender sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, nicht zugehörig fühlen. Geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen sind in den USA extrem selten. Schon jetzt unterliegen sie strengen medizinischen und rechtlichen Auflagen. Ohne die Zustimmung der Eltern ist ein Zugang in den meisten Fällen nicht möglich.

Schon kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit war US-Präsident Donald Trump per Dekret gegen entsprechende Behandlungen bei Minderjährigen vorgegangen. Entsprechende Behandlungen werden darin als »chemische und chirurgische Verstümmelung« beschrieben. Es solle dafür gesorgt werden, dass entsprechende Operationen künftig nicht weiter finanziert, gefördert und anderweitig unterstützt werden.

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Bereits zuvor hatte Trump mehrere Dekrete unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. So könnte ein Erlass faktisch zum Ausschluss von Transgender-Personen aus den Streitkräften führen. Zudem wurde festgelegt, dass die Politik der Vereinigten Staaten künftig davon ausgeht, dass es nur zwei Geschlechter gibt: »männlich und weiblich«. Offizielle Dokumente wie Pässe und Visa sollen daher wieder das »korrekte biologische Geschlecht« ausweisen.

luc/dpa