SpOn 23.11.2025
16:55 Uhr

US-Präsident wütet auf Truth Social: Trump wirft Ukraine erneut mangelnde Dankbarkeit vor


In Genf verhandeln die nationalen Sicherheitsberater über den amerikanischen Vorschlag. Ausgerechnet jetzt meldet sich der US-Präsident mit einem unversöhnlichen Social-Media-Post zu Wort.

US-Präsident wütet auf Truth Social: Trump wirft Ukraine erneut mangelnde Dankbarkeit vor

Während in Genf Unterhändler über den amerikanischen Friedensplan verhandeln, hat US-Präsident Donald Trump der Ukraine erneut mangelnde Dankbarkeit vorgeworfen.

Trump postete auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social eine längere Nachricht, wie üblich teilweise in Großbuchstaben. Unter anderem schrieb er, die ukrainische Führung zeige »null Dankbarkeit« für die amerikanischen Anstrengungen. Außerdem kauften europäische Staaten weiterhin russisches Öl.

Der Vorwurf erinnert an Trumps Haltung aus dem Februar. Damals hatten Vizepräsident JD Vance und er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras im Weißen Haus abgekanzelt. Danach verbesserten sich die Beziehungen der beiden wieder.

Selenskyj reagierte am Sonntagabend auf Trumps Ausbruch. Auf X stellte er in einem langen Post klar, dass Russland den Krieg begonnen habe und sich bisher weigere, ihn zu beenden. Mit Blick auf Trump schrieb er: »Die Ukraine ist den Vereinigten Staaten, allen Amerikanern und insbesondere Präsident Trump zutiefst dankbar für die Hilfe, die – angefangen bei den Javelin-Raketen – ukrainische Leben rettet. Wir danken allen in Europa, der G7 und der G20, die uns bei der Verteidigung des Lebens unterstützen.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Streit in den USA

In dieser Woche hatten Trump und Vance großen Druck auf die Ukraine ausgeübt. Bis Thanksgiving, also kommenden Donnerstag, soll Kyjiw einem Friedensplan zustimmen, den offenbar sein Unterhändler Steve Witkoff erstellt hat. Ansonsten werde man die Unterstützung für die Ukraine einstellen. Zuletzt jedoch klang Trump versöhnlicher. Der Plan sei nicht das letzte Angebot, sagte er.

Am Samstag war in den USA offener Streit darüber ausgebrochen, ob der Friedensplan wirklich aus amerikanischer Feder stammt. Mehrere Senatoren behaupteten nach einem Telefonat mit US-Außenminister Rubio, in Wahrheit sei der Plan ein russischer und kein amerikanischer Vorschlag; ein Senator bezeichnete den Plan gar als »im Wesentlichen die Wunschliste der Russen«.

Rubio dementierte dies später, der Plan sei von den USA unter Berücksichtigung russischer und ukrainischer Perspektiven geschrieben worden (mehr lesen Sie hier).

Europäer, Ukraine und Amerikaner verhandeln in Genf

Rubio und Witkoff verhandeln an diesem Sonntag in Genf mit europäischen Sicherheitsberatern und einer ukrainischen Delegation. Die Europäer hoffen, die Position der USA zu ihren Gunsten verändern zu können. Laut einem Bericht des Nachrichtenmediums Bloomberg wollten sie unter anderem darauf drängen, dass über einen etwaigen Gebietstausch erst verhandelt werden könne, wenn der Krieg entlang der derzeitigen Kontaktlinie beendet sei. Dem SPIEGEL wurde der Bericht aus EU-Kreisen bestätigt (lesen Sie hier mehr zur europäischen Position).

Nach den ersten Treffen in Genf äußerten sich sowohl Ukrainer als auch Amerikaner optimistisch. Präsidialamtschef Andrij Jermak schrieb von einer produktiven ersten Sitzung mit den amerikanischen Vertretern, man habe sehr gute Fortschritte gemacht. Dazu postete er ein Bild mit Rubio. Der US-Außenminister äußerte sich noch positiver: Das Treffen sei das wahrscheinlich beste im gesamten Verhandlungsprozess und seit Trumps Amtsantritt im Januar gewesen. Man arbeite nun weiter.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

slü/Reuters