SpOn 22.01.2026
18:28 Uhr

US-Präsident Donald Trump schwadroniert von Gaza als Immobilienprojekt


Der US-Präsident verspricht, im zerstörten Gaza Wolkenkratzer und Luxushotels zu errichten. Auf Eigentumsrechte oder Unterkünfte für Palästinenser geht Trump bei der Vorstellung von »New Gaza« nicht ein.

US-Präsident Donald Trump schwadroniert von Gaza als Immobilienprojekt

US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos dargelegt, wie er sich den Wiederaufbau des in weiten Teilen zerstörten Gazastreifens offenbar vorstellt: »New Gaza« soll demnach unter anderem Luxushotels und Wolkenkratzer mit Blick aufs Mittelmeer umfassen.

»Ich werde in Gaza großen Erfolg haben, das wird ein wunderschöner Anblick«, sagte Trump bei der Gründung seines umstrittenen »Friedensrats«. Der US-Präsident sagte, er sei »im Herzen« immer noch Immobilienunternehmer und sehe im Gazastreifen »ein großartiges Stück Land« am Meer.

Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner stellte dann die Einzelheiten seines »Masterplans« vor und zeigte unter anderem Entwürfe für neue Wohngebiete. »Es könnte eine Hoffnung sein«, sagte Kushner. Durch das Bauprojekt könne der Gazastreifen zum »Reiseziel« werden. Der schmale Küstenstreifen ist nach dem zweijährigen Krieg zwischen der islamistischen Hamas und Israel fast vollständig zerstört.

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Kushner rechnet nach eigenen Angaben mit einer Bauzeit von nur drei Jahren. »Im Nahen Osten werden solche Städte für zwei oder drei Millionen Menschen in drei Jahren gebaut«, sagte der Trump-Schwiegersohn, der auch selbst Immobilienentwickler ist.

Um Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen im Gazastreifen wieder aufzubauen, sind seinen Angaben zufolge Investitionen in Höhe von 25 Milliarden Dollar (mehr als 21,3 Milliarden Euro) erforderlich. Sobald die Hamas gemäß dem im Oktober von Trump vorgestellten 20-Punkte-Plan für den Gazastreifen entwaffnet sei, werde es aber genug Investoren und Geldgeber geben, sagte Kushner. »Es werden fantastische Investitionsmöglichkeiten entstehen.«

Auf zentrale Fragen wie Eigentumsrechte oder Entschädigungen für Palästinenser, die während des Krieges ihre Häuser, Geschäfte und ihre Existenzgrundlage verloren haben, ging Kushner nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters nicht ein. Auch die Frage, wo vertriebene Palästinenser während des Wiederaufbaus wohnen könnten, behandelte er demnach nicht.

sol/AFP/Reuters