SpOn 12.02.2026
00:17 Uhr

US-Militär zieht sich von Stützpunkt in Syrien zurück


In al-Tanf waren US-Soldaten für den Kampf gegen den »Islamischen Staat« stationiert. Jetzt hat die Armee die Militärbasis verlassen. Den Standort sollen die syrischen Streitkräfte übernehmen.

US-Militär zieht sich von Stützpunkt in Syrien zurück

Das US-Militär hat sich nach Angaben syrischer Armeekreise vollständig von dem Stützpunkt al-Tanf in Syrien zurückgezogen. Das teilten syrische Militärkreise der Nachrichtenagentur AFP mit. Stattdessen übernähmen syrische Regierungstruppen den Stützpunkt. Laut den Angaben transportierten die US-Streitkräfte bereits seit 15 Tagen Ausrüstung von dort ab.

Nach dem Rückzug aus al-Tanf und dem Vorstoß der syrischen Regierungstruppen im Nordosten des Landes sind die US-Streitkräfte nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte  nun hauptsächlich auf dem Stützpunkt Kasrak in der bislang von den Kurden kontrollierten Stadt Hasakeh stationiert. Die Organisation bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien, ihre Angaben lassen sich oft nicht unabhängig überprüfen.

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Al-Tanf war 2016 für den Kampf gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) eingerichtet worden. Die Militärbasis liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Jordanien und Irak an der strategisch wichtigen Straße von Bagdad nach Damaskus.

Syrische Regierungstruppen hatten zuletzt bei einer militärischen Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren von ihnen kontrollierten Gebieten vertrieben, darunter aus der nordsyrischen Großstadt Aleppo und dem östlichen Teil von Deir Essor. Die Kurden hatten den Kampf gegen den IS angeführt und wurden dabei von einer internationalen Koalition unterstützt.

US-Militär verlegt inhaftierte Islamisten nach Irak

Der syrischen Übergangsregierung von Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt als fragil.

Kürzlich hatte das US-Militär im Zuge des Rückzugs kurdischer Kräfte aus der kurdischen Autonomieregion im Nordosten Syriens mehr als 4500 dort inhaftierte Islamisten ins Nachbarland Irak verlegt. Insgesamt seien seit Beginn der Überstellung 4583 Mitglieder der Terrormiliz IS im Irak eingetroffen, erklärte der Leiter der irakischen Sicherheitsinformationsstelle, Saad Maan, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Den Behörden zufolge befinden sie sich nun in »gesicherten« Hafteinrichtungen.

fwu/AFP