Das US-Militär hat sich nach Angaben syrischer Armeekreise vollständig von dem Stützpunkt al-Tanf in Syrien zurückgezogen. Das teilten syrische Militärkreise der Nachrichtenagentur AFP mit. Stattdessen übernähmen syrische Regierungstruppen den Stützpunkt. Laut den Angaben transportierten die US-Streitkräfte bereits seit 15 Tagen Ausrüstung von dort ab.
Nach dem Rückzug aus al-Tanf und dem Vorstoß der syrischen Regierungstruppen im Nordosten des Landes sind die US-Streitkräfte nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte nun hauptsächlich auf dem Stützpunkt Kasrak in der bislang von den Kurden kontrollierten Stadt Hasakeh stationiert. Die Organisation bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien, ihre Angaben lassen sich oft nicht unabhängig überprüfen.
Syrische Regierungstruppen hatten zuletzt bei einer militärischen Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren von ihnen kontrollierten Gebieten vertrieben, darunter aus der nordsyrischen Großstadt Aleppo und dem östlichen Teil von Deir Essor. Die Kurden hatten den Kampf gegen den IS angeführt und wurden dabei von einer internationalen Koalition unterstützt.
US-Militär verlegt inhaftierte Islamisten nach Irak
Der syrischen Übergangsregierung von Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt als fragil.
Kürzlich hatte das US-Militär im Zuge des Rückzugs kurdischer Kräfte aus der kurdischen Autonomieregion im Nordosten Syriens mehr als 4500 dort inhaftierte Islamisten ins Nachbarland Irak verlegt. Insgesamt seien seit Beginn der Überstellung 4583 Mitglieder der Terrormiliz IS im Irak eingetroffen, erklärte der Leiter der irakischen Sicherheitsinformationsstelle, Saad Maan, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Den Behörden zufolge befinden sie sich nun in »gesicherten« Hafteinrichtungen.
