Wohl kein anderes Symbol lässt sich so direkt mit einem menschenverachtenden System des Mordens in Verbindung bringen wie das Hakenkreuz. In Zusammenhang mit der NS-Zeit steht es für Millionen toter jüdischer Menschen und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.
In der Führungsriege der US-Küstenwache scheint das allerdings nicht ganz so dramatisch gesehen zu werden. Dort bewertet man Hakenkreuze einem Medienbericht zufolge nicht länger als Hasssymbole. Stattdessen werde das Symbol der Nazizeit laut einer neuen Richtlinie als »potenziell spaltend« eingestuft, berichtet die »Washington Post« . Der amtierende Kommandant der Küstenwache, Admiral Kevin Lunday, erklärte der Zeitung gegenüber, dass jede Zurschaustellung, Verwendung oder Förderung solcher Symbole weiter gründlich untersucht und streng bestraft werde.
Die Küstenwache wollte sich jedoch dem Bericht zufolge nicht dazu äußern, warum ihre neue Richtlinie Hakenkreuze nicht mehr als Hasssymbole einstuft. Sprecherin Jennifer Plozai erklärte, man sei nicht damit einverstanden, wie der Sachverhalt von der »Washington Post« dargestellt werde. Zugleich erklärte sie aber, die Änderungen der Richtlinie prüfen lassen zu wollen.
Es ist unklar, was genau Plozai an der Berichterstattung auszusetzen hat. Die Zeitung stellt sehr eindeutig zwei Auszüge aus den Richtlinien der Küstenwache gegenüber. Auf Seite 21 der Richtlinien aus Februar 2023 werden Hakenkreuze als »potenzielle Hasssymbole« bezeichnet. Auf Seite 26 der Richtlinien aus November 2025 werden Hakenkreuze nur noch als »potenziell spaltend« aufgelistet.
Weitere Symbole landen auf der Liste – auch die Konföderiertenflagge
Das Hakenkreuz war das offizielle Symbol des Nationalsozialismus, 1935 wurde es zum Symbol des NS-Staats. Anders als in den USA ist Verwenden und Zeigen des Hakenkreuzes in Deutschland strafbar. Im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus gilt es als Glückssymbol, in westlichen Ländern überwiegt aber eindeutig die Bedeutung als Zeichen des Nationalsozialismus.
Die neue Richtlinie der Küstenwache solle am 15. Dezember in Kraft treten, berichtete die Zeitung weiter. Auch die Schlinge, ein Symbol der einstigen Lynchmorde in den USA, sowie die Konföderiertenflagge, wird demnach nur noch als spaltend bewertet. Die Flagge verherrlicht Kritikern zufolge die einstigen Sklavenhalter der Südstaaten.
Die US-Küstenwache untersteht dem Heimatschutzministerium unter Führung von Kristi Noem, einer der wichtigsten Figuren in den Abschiebeplänen der US-Regierung.
