Die US-Eiskunstläuferin Alysa Liu, 20, Weltmeisterin, entrann offenbar nur knapp einem schweren Fauxpas: Zu ihrem ersten Auftritt im Kurzprogramm des Team-Events bei den Olympischen Winterspielen in Italien hätte sie es fast nicht pünktlich in die Halle geschafft. Schuld war ausgerechnet der höchste Vertreter ihrer Heimat: Vizepräsident JD Vance – seine Wagenkolonne blockierte den Bus, in dem Liu saß. Sie kam nur Minuten vor dem Beginn der Show an.
Und dann? Abgeliefert, beinahe fehlerfrei: Platz zwei in diesem Segment. Zwei Tage später wurde Liu für ihre fantastische Leistung auf dem Eis mit einer Goldmedaille belohnt. Ihre bunten Haare – »Halos« (Heiligenscheine), wie sie die Färbung auf Instagram selbst nennt – und ihre Piercings wirken in der sonst recht konservativen Eiskunstlaufwelt wie eine kleine Rebellion.
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Nachdem sie sich jahrelang anzupassen versucht hatte, beendete Liu wegen eines Burn-outs mit 16 ihre Karriere – und kehrte dann zu ihren eigenen Bedingungen zurück. Dazu gehört ihr Look. In sozialen Medien wird sie als »Alt Baddie« gefeiert, also als Frau, die selbstbewusst alternative Einflüsse aus der Punk- oder Goth-Szene präsentiert. Individualität bedeutet Liu viel: »Ich hoffe, dass ich euch dazu inspirieren kann, das zu tun, was ihr tun wollt, der zu sein, der ihr sein wollt, und eure Ziele zu verfolgen«, sagte sie an ihre Fans gerichtet.
