SpOn 24.11.2025
16:54 Uhr

Türkei: Womöglich weitere Vergiftungsfälle in Istanbul


Der Tod einer Hamburger Familie in der Türkei sorgte erst für Entsetzen, dann für wachsende Kritik. Nun gibt es Berichte über weitere Vergiftungsfälle mit tödlichem Ausgang.

Türkei: Womöglich weitere Vergiftungsfälle in Istanbul

Der Vergiftungstod einer Familie aus Hamburg in Istanbul war möglicherweise kein Einzelfall. Inzwischen mehren sich Hinweise auf mindestens einen weiteren Vergiftungsfall zuvor. Ein drei Jahre alter Junge sei im April gestorben, nachdem in der Nachbarwohnung eine Schädlingsbekämpfung durchgeführt worden sei, berichtet die Nachrichtenagentur DHA.

Dort sei dieselbe Firma im Einsatz gewesen, die auch die Schädlingsbekämpfung im Hotel der Hamburger Familie durchführte.

Zunächst von Lebensmittelvergiftung ausgegangen

Mitte November waren vier Mitglieder einer Hamburger Familie gestorben. Laut einem vorläufigen Gutachten der Rechtsmedizin könnten Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung im Zimmer unter der Familie deren Tod verursacht haben. Gesichert ist dies allerdings bisher nicht.

Zunächst war eine Lebensmittelvergiftung als Todesgrund diskutiert worden. Inzwischen gilt diese Erklärung für die Ermittler jedoch als weniger wahrscheinlich.

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Im Fall des Dreijährigen hatte der Autopsiebericht eine Vergiftung durch Pestizide bestätigt, wie DHA berichtete. Das Kind habe sich zunächst zu Hause wiederholt übergeben, sei dann in ein Krankenhaus gebracht worden und dort im April gestorben.

Der Vater des Jungen habe Anzeige gegen das Unternehmen erstattet, heißt es nun in dem neuen Bericht. Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft habe Ermittlungen zu dem Fall des Dreijährigen aufgenommen.

Weiterer Todesfall im November 2024

Zuvor war auch über den Tod einer deutschen Austauschstudentin im November 2024 berichtet worden. Er war zunächst ebenfalls mit einer Lebensmittelvergiftung erklärt worden. Inzwischen, so hieß es, gebe es allerdings auch hier Hinweise, die junge Frau könnte durch Pestizide getötet worden sein, die gegen Bettwanzen eingesetzt wurden.

Die Beisetzung der Hamburger Familie hatte zuletzt für weite Anteilnahme gesorgt. Angehörige warfen den behandelnden Ärzten dabei auch vor, wertvolle Zeit verschwendet zu haben. Eine Reportage darüber lesen Sie hier. 

jpe/dpa