In der Türkei ist ein Einsatz gegen mutmaßliche Mitglieder einer islamistischen Terrorgruppe eskaliert. Wie der türkische Innenminister Ali Yerlikaya mitteilte, seien in der Nacht zum Montag in der Provinz Yalova südlich von Istanbul sechs Anhänger des »Islamischen Staats« neutralisiert worden, zudem seien drei Polizisten ums Leben gekommen.
Zunächst hatte etwa die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu von sieben verletzten Polizisten berichtet, die in ein Krankenhaus gebracht wurden. Inzwischen wird die Zahl der verletzten Einsatzkräfte mit acht angegeben, auch ein Wachmann soll verletzt worden sein.
Wie der staatliche Sender TRT Haber berichtet, waren im Dorf Elmalik nahe der Stadt Yalova offenbar stundenlang mehrere Polizeiteams im Einsatz. Die Verdächtigen sollen dabei laut Medienberichten gegen drei Uhr morgens das Feuer eröffnet haben. Die Stadt Yalova liegt am Marmarameer, etwa anderthalb Autostunden südlich von Istanbul.
Kinder und Frauen offenbar aus Haus evakuiert
Am frühen Morgen dauerte der Einsatz offenbar noch an, der Bereich rund um ein Haus, in dem sich die bewaffneten IS-Anhänger aufgehalten haben sollen, wurde weiträumig abgesperrt. Der Sender TRT Haber berichtete, dass mehrere Frauen und Kinder aus dem Haus evakuiert worden seien.
Auf Fotos aus dem betreffenden Gebiet war eine Rauchwolke zu sehen, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Gas- und Stromversorgung wurden in dem Einsatzgebiet gekappt.
Das Vorgehen gegen die mutmaßlichen IS-Anhänger steht womöglich im Zusammenhang mit einer groß angelegten Razzia gegen mutmaßliche IS-Anhänger in der Vorwoche. Dabei waren insgesamt 115 Verdächtige festgenommen worden, zudem wurden mehrere Pistolen und Munition beschlagnahmt.
Mutmaßliche Anschlagspläne für Neujahrsfeiern
Die Verdächtigen sollen Anschläge bei Feierlichkeiten zu Weihnachten und Neujahr geplant haben. Ziel der Angriffe sollen dabei laut den Behörden insbesondere Nichtmuslime gewesen sein.
Der »Islamische Staat« hat in den vergangenen Jahren immer wieder tödliche Anschläge in der Türkei verübt. Im Januar 2024 griffen zwei bewaffnete Männer eine katholische Kirche in Istanbul an – ein Mann wurde dabei während der Sonntagsmesse getötet. Bei einer Neujahrsfeier am 1. Januar 2017 töteten Angreifer zudem 39 Menschen in einem Nachtklub in Istanbul.
