SpOn 20.02.2026
22:24 Uhr

Türkei: Bundesregierung verlangt Freilassung von Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludag


Die deutsche Regierung verlangt die Freilassung von DW-Journalist Alican Uludağ, der in der Türkei festgenommen wurde. Ihm drohen wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung mehrere Jahre Haft.

Türkei: Bundesregierung verlangt Freilassung von Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludag

Die Bundesregierung hat die Freilassung des in der Türkei festgenommenen Deutsche-Welle-Journalisten Alican Uludağ verlangt. »Ich fordere die türkische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass Alican Uludağ sofort aus der Haft entlassen wird«, erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Freitag in Berlin. Die Vorwürfe der türkischen Behörden gegen den Journalisten seien »haltlos«.

Uludağ war am Donnerstagabend unter dem Vorwurf der »Präsidentenbeleidigung« sowie der »Verbreitung irreführender Informationen« in Ankara festgenommen worden. Der Journalist wurde laut Reporter ohne Grenzen (RSF) am Freitag wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen und ins Metris-Gefängnis gebracht. Dem Korrespondenten drohen nun wegen des Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung bis zu vier Jahre und acht Monate Haft.

Der Sender verteidigt den Kollegen

Die Vorwürfe gegen Uludağ gehen nach Angaben der Deutschen Welle auf einen Beitrag des Journalisten im Internetdienst X vor eineinhalb Jahren zurück. Darin habe er sich kritisch darüber geäußert, dass die türkische Regierung mögliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) freigelassen habe. Der türkischen Regierung habe er zudem Korruption vorgeworfen.

Die Deutsche Welle (DW) fordert die umgehende Freilassung Uludags . Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien »haltlos«, erklärte DW-Intendantin Barbara Massing. Der Korrespondent sei »ein bekannter Investigativjournalist, der unter anderem zu Korruption recherchiert, sehr gut vernetzt ist und Zugang zu wichtigen Quellen hat«. Damit könne er »der Regierung – in ihren Augen – gefährlich werden«. »Dass ein Journalist wie ein Schwerverbrecher von 30 Polizisten abgeführt und direkt nach Istanbul gebracht wird, dient der gezielten Einschüchterung und zeigt, wie massiv die Regierung Pressefreiheit unterdrückt«, erklärte die Intendantin.

Auch Vizeregierungssprecher Sebastian Hille wies in Berlin darauf hin, dass die Lage der Pressefreiheit in der Türkei schon seit Jahren »Gegenstand internationaler Besorgnis« sei. »Die Bundesregierung ist zutiefst besorgt über diesen Vorgang«, sagte er. Journalistinnen und Journalisten müssten ihre Arbeit frei und ohne Angst vor Repressionen ausüben können. »Das gilt natürlich auch in der Türkei«, sagte Hille.

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Dem Sender zufolge ist Uludağ seit mehreren Jahren in der Türkei für die Deutsche Welle tätig. Als Gerichtsreporter berichtet er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit. RSF bezeichnete die Festnahme als »Teil der gerichtlichen Schikanen gegen seriöse Journalisten« in der Türkei. In der 180 Länder umfassenden Rangliste der Pressefreiheit von RSF liegt die Türkei auf dem 159. Platz.

mgr/AFP