SpOn 22.11.2025
15:29 Uhr

Trumps Ukraine-Plan: Vertreter von Ukraine und USA wollen Sonntag in Genf verhandeln


Der 28-Punkte-Plan der Amerikaner hat Ukrainer und Europäer aufgeschreckt. Präsident Selenskyj hat bereits Unterhändler benannt. Die Ukrainer sollen schon Sonntag mit US-Vertretern in der Schweiz zusammenkommen.

Trumps Ukraine-Plan: Vertreter von Ukraine und USA wollen Sonntag in Genf verhandeln

Vertreter von Ukraine und USA wollen bereits am Sonntag in der Schweiz über den von den USA vorbereiteten Plan zur Beilegung des Ukraine-Kriegs verhandeln. Die Gespräche sollen in Genf stattfinden. Mit dabei sein sollen offenbar auch einige EU-Staaten, darunter Vertreter Deutschlands.

Zuvor hatte bereits der Selenskyj-Vertrauten und ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow baldige Gespräche in der Schweiz angekündigt - zunächst allerdings ohne genaue Angabe von Ort und Datum. Umjerow ist als Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung Mitglied des Verhandlungsteams. Es gehe bei dem Treffen um die Eckpunkte eines Friedensplans, sagte er.

Die Ukraine schätze die US-Initiative und gehe an die Verhandlungen unter klarer Rücksichtnahme auf ihre eigenen Interessen heran, teilte Umjerow in sozialen Netzwerken mit. Zuvor hatte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj eine Verhandlungsgruppe bestimmt. Die Delegation solle Gespräche mit den USA und Russland sowie anderen internationalen Vertretern führen, hieß es in einem in Kyjiw veröffentlichten Dekret Selenskyjs.

Der Präsident stimmt die Ukraine auf harte Zeiten ein

Chefunterhändler ist demnach Selenskyjs Kanzleichef Andrij Jermak. Jermak gilt als rechte Hand und »graue Eminenz« der ukrainischen Präsidialverwaltung. Zu der insgesamt neunköpfigen Delegation gehört auch der Chef des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow. Selenskyj hatte nach Vorlage des 28-Punkte-Plans von Trump erklärt, dass er die Friedensinitiative zwar begrüße, aber Alternativvorschläge machen wolle.

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Selenskyj hatte zuvor die Bürger seines Landes in einer Ansprache auf schwierige Gespräche und Entscheidungen vorbereitet. Darin wurde deutlich, dass der Präsident den Plan – trotz der teils enthaltenen harschen Forderungen an die Adresse der Ukrainer – nicht kategorisch ablehnen will. Es handele sich um »einen der schwersten Augenblicke in der Geschichte der Ukraine«, so der Staatschef. Das Land laufe Gefahr, mit den USA einen der bisherigen Schlüsselpartner zu verlieren.

DER SPIEGEL
beb/dpa