US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle gegen acht europäische Staaten angekündigt, weil sie seine Pläne zur Annexion von Grönland nicht unterstützen. Betroffen sind Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland.
Der Zoll »auf alle Güter«, die in die USA gesendet würden, betrage ab dem 1. Februar zehn Prozent, erklärte Trump am Samstag auf der Plattform Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie demnach auf 25 Prozent steigen. Dieser Aufschlag werde so lange fällig, »bis eine Einigung über den vollständigen und kompletten Kauf Grönlands erzielt ist.«
Aus dem Post ging zunächst nicht eindeutig hervor, ob die nun angekündigten Zölle zusätzlich zu jenen gelten sollen, die Trump bereits erhoben hatte. Bisher gilt auf Importe aus der EU eine Steuer in Höhe von 15 Prozent, auf solche aus dem Vereinigten Königreich ein Zoll in Höhe von 10 Prozent.
»Wir haben Dänemark und alle Länder der Europäischen Union sowie andere Länder viele Jahre lang subventioniert, indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung berechnet haben«, schrieb Trump. »Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt – der Weltfrieden steht auf dem Spiel!«
“Now, after Centuries, it is time for Denmark to give back — World Peace is at stake! China & Russia want Greenland, & there is not a thing that Denmark can do about it... The United States of America is immediately open to negotiation with Denmark and/or any of these… pic.twitter.com/y6iZGQJxdP
— The White House (@WhiteHouse) January 17, 2026
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Trump wütet gegen Grönland-Mission der Europäer
Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten gelandet. Deutschland beteiligt sich mit 15 Soldaten an der Erkundungsmission. Sie sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen – mit dem Ziel, für mehr Sicherheit in der Arktis zu sorgen. Die Entsendung war aber auch als Zeichen an die USA gewertet worden.
Bundeswehrsoldaten in Nuuk: »Gefährliches Spiel«
Foto: Julia Wäschenbach / dpaIn seinem Post erwähnte Trump die Mission ausdrücklich. Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland spielten ein »gefährliches Spiel«. Er warf den betroffenen Ländern vor, im Konflikt um Grönland ein »Risiko« in Kauf zu nehmen, das nicht länger »tragbar« sei. Die Zölle dienten dem Ziel, die potenziell gefährliche Situation »schnell und ohne Fragen zu beenden«.
Die USA seien bereit zu »sofortigen Verhandlungen« mit Dänemark oder einem der anderen Länder, die so viel riskierten – »trotz allem, was wir für sie getan haben«.
US-Präsident begründet Anspruch mit Golden Dome
Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben. Militärische Gewalt schloss er dezidiert nicht aus. Der US-Präsident begründet seinen Anspruch mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis. In seinem Post am Samstag sprach er nun nicht mehr von russischen und chinesischen Schiffen, die in der Gegend herumführen. Stattdessen nannte er den geplanten Raketenabwehrschild Golden Dome (lesen Sie hier mehr zu dem Projekt).
Auf Grönland sind bereits amerikanische Soldaten stationiert, die USA haben auch eine Militärbasis. Ein Vertrag räumt Washington das Recht ein, die Präsenz auf der Insel auszubauen, dafür wäre kein Annexion notwendig. Auch an der Ausbeutung der Rohstoffe sind die Amerikaner schon beteiligt, sonderlich profitabel ist das bisher allerdings nicht. (lesen Sie hier mehr dazu).
Mit Trumps-Zollankündigung droht der Streit um Grönland endgültig zu eskalieren. Die teilautonome Insel gehört zum Nato-Mitglied Dänemark. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen hatte zuletzt gewarnt, ein US-Angriff auf Grönland würde das Ende der Nato bedeuten.
Vivian Motzfeldt und Lars Løkke Rasmussen, die Außenminister von Grönland und Dänemark, waren in dieser Woche zu Gesprächen nach Washington gereist. Mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio vereinbarte man eine gemeinsame Arbeitsgruppe. Nach dem Treffen zog der dänische Außenminister ein ernüchterndes Fazit. »Es ist uns nicht gelungen, die amerikanische Position zu ändern. Es besteht eine fundamentale Meinungsverschiedenheit.«


