SpOn 20.01.2026
08:24 Uhr

Trump droht Frankreich mit Zöllen von 200 Prozent auf Champagner und Wein


Emmanuel Macron will nicht Teil von Donald Trumps geplantem »Friedensrat« werden. Der US-Präsident reagiert mit hohen Zolldrohungen gegen Wein und Champagner. Es ist nicht das erste Mal.

Trump droht Frankreich mit Zöllen von 200 Prozent auf Champagner und Wein

Donald Trump will Champagner und Wein mit hohen Strafzöllen belegen, da Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sich nicht an seinem sogenannten Friedensrat beteiligen möchte. Frankreich hatte zuvor eine entsprechende Einladung abgelehnt. »Ich werde seine Weine und seinen Champagner mit Zöllen von 200 Prozent belegen«, sagte Trump an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gerichtet. Macron werde Teil des von Trump ins Leben gerufenen Gremiums werden, »aber er muss nicht teilnehmen«, fügte Trump hinzu.

Schon im März 2025 hatte Trump mit Zöllen von 200 Prozent für Wein und Champagner gedroht – als Reaktion auf EU-Zölle auf Whiskey. Die US-Maßnahme ist jedoch nicht in Kraft getreten.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte Trumps Einladung am Montag vorerst abgelehnt. Frankreich müsse »nein sagen, weil die Charta dieses ›Friedensrates‹ über den Gazastreifen und damit über den von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensplan hinausgeht«, sagte Barrot vor Abgeordneten.

Die Trump-Initiative werfe Fragen, insbesondere in Bezug auf die »Achtung der Prinzipien und der Struktur der Vereinten Nationen« auf, hieß es zudem aus dem Umkreis von Macron. Diese Prinzipien dürften auf gar keinen Fall infrage gestellt werden. Frankreich gehört als ständiges Mitglied dem Sicherheitsrat der Uno an.

DER SPIEGEL

Indes bestätigte Trump am Montag, dass auch Russlands Präsident Wladimir Putin Teil des sogenannten Friedensrates werden soll. »Ja, er wurde eingeladen«, sagte Trump.

Trump will mit dem »Friedensrat«, den er selbst leiten will, ein Gremium schaffen, das in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen weltweit Konflikte lösen soll. Der US-Präsident hatte die Uno regelmäßig kritisiert und in diesem Monat den Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen verkündet.

Mehrere Länder, darunter Deutschland, erhielten bereits eine Einladung für eine Mitgliedschaft im »Friedensrat«. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, die Bundesregierung werde in Absprache mit ihren Partnern darüber beraten, wie sie mit dieser Einladung umgehe. Eine Zusage für die Teilnahme Deutschlands gab er noch nicht ab.

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Der »Friedensrat« war ursprünglich zur Überwachung des Wiederaufbaus im Gazastreifen ins Leben gerufen worden. In der achtseitigen Charta der Initiative wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt.

Für einen ständigen Sitz in Trumps »Friedensrat« sollen Mitgliedstaaten eine Gebühr in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar zahlen. Wer sie nicht bezahlt, hat nur Anrecht auf einen dreijährigen Sitz in dem Gremium.

Wie die Bilanz von Donald Trump ein Jahr nach seinem Amtsantritt ausfällt, lesen Sie hier .

tin/AFP