SpOn 06.02.2026
16:34 Uhr

Toyota macht bisherigen Finanzchef Kenta Kon zum Konzernboss


Der weltgrößte Autobauer Toyota wechselt seinen Chef aus – und das in besonders herausfordernden Zeiten. Kenta Kon übernimmt die Führung des Konzerns.

Toyota macht bisherigen Finanzchef Kenta Kon zum Konzernboss

Wechsel an der Toyota-Spitze: Kenta Kon wird Nachfolger des bisherigen Konzernchefs Koji Sato. Das teilte das japanische Unternehmen mit. Kon, 57, ist derzeit Finanzvorstand und soll das interne Management verantworten. Sato wird Vizeverwaltungschef und soll für Branchenthemen zuständig sein. Zuletzt gab es Kritik an der geplanten Übernahme der Tochtergesellschaft Toyota Industries. Minderheitsaktionäre hatten den Deal als intransparent und ⁠den ‍Preis als zu niedrig bemängelt.

Kon sagte, er sei überrascht gewesen, als ihm sein neuer Posten angeboten worden sei. Er kam 1991 nach seinem Wirtschaftsstudium zu Toyota und stieg in der Finanz- und Buchhaltungsabteilung auf. Seit Juli 2025 ist er Finanzchef.

Der 56-jährige Sato war seit April 2023 an der Spitze des Konzerns. Er übernahm den Posten vom Enkel des Firmengründers, Akio Toyoda, der das Unternehmen von 2009 bis 2023 führte.

Unter Sato hielt Toyota an Hybrid-Antrieben fest. Das zahlte sich in der abflauenden Elektro-Euphorie aus und sicherte Rekordverkäufe. Der Aktienkurs stieg in der Sato-Ära inklusive Dividenden um 111 Prozent. Zuletzt verlor der Konzern in Regionen wie Südostasien Marktanteile an chinesische Rivalen wie BYD.

Der Ingenieur Sato habe eher für Produktentwicklung gestanden, sagt Analyst James Hong von der Investmentbank Macquarie. Kon habe hingegen mehr Erfahrung mit Finanzen. Er gilt als treibende Kraft hinter dem umstrittenen Toyota-Industries-Deal.

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Der Wechsel wurde gemeinsam mit Geschäftszahlen zum dritten Quartal verkündet. Dank des schwachen ‍Yen und Sparmaßnahmen hob Toyota seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März an. Der Betriebsgewinn soll nun laut der Nachrichtenagentur Reuters 3,8 Billionen ​Yen (rund 23 Milliarden Euro) erreichen. Bislang sei das Unternehmen von 3,4 Billionen Yen ausgegangen.

jml/Reuters