Seit mehr als einem Jahr beschäftigt der Fall Luigi M. die Welt. Der heute 27-Jährige soll mutmaßlich den Chef des milliardenschweren US-Krankenversicherers United Healthcare, Brian Thompson, auf offener Straße in New York erschossen haben. M. steht in New York vor Gericht und ist sowohl auf Bundes- als auch auf Bundesstaatsebene angeklagt. Eine Bundesrichterin hat nun die Anklage wegen Mordes und Waffenbesitzes gegen den mutmaßlichen Täter abgewiesen.
Dies bedeutet auch, dass M. im Falle einer Verurteilung nicht mehr die Todesstrafe droht. Richterin Margaret Garnett erklärte laut »New York Times« , dass der Fall aufgrund anderer Anklagepunkte, die mit einer maximalen Strafe von lebenslanger Haft ohne Bewährung geahndet werden können, weiterhin vor Gericht verhandelt werde. Zwei Anklagepunkte zu Stalking bestehen weiterhin. Für die Staatsanwaltschaft ist dies ein herber Rückschlag.
Schon im September vergangenen Jahres wurden zwei Anklagepunkte auf Bundesstaatsebene fallen gelassen. Der Anklagepunkt in Zusammenhang mit Terrorismus und auch der Anklagepunkt des vorsätzlichen Mordes würden nicht weiter verfolgt, teilte das Gericht in New York damals mit. Die Beweislage dafür sei »rechtlich nicht ausreichend«, begründete Richter Gregory Carro seine Entscheidung. An einem weiteren, weniger schwerwiegenden Anklagepunkt wegen Mordes werde aber festgehalten. Doch auf Bundesstaatsebene ist eine lebenslange Haftstrafe das höchste Strafmaß.
Justizministerin forderte Todesstrafe
US-Justizministerin Pam Bondi hatte die Todesstrafe für Luigi M. gefordert, dessen Verteidigung hatte die Einmischung als »unverfroren politisch« kritisiert. M. hatte zuvor in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert.
Im Dezember 2024 soll M. den United-Healthcare-Chef Brian Thompson gezielt auf einer Straße im New Yorker Stadtteil Manhattan getötet haben. Thompson war am 4. Dezember nahe dem Times Square aus nächster Nähe niedergeschossen worden und in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.
Die von Überwachungskameras gefilmte Tat sowie die öffentliche Fahndung machten weltweit Schlagzeilen. Der mutmaßliche Schütze floh zunächst auf einem Fahrrad und verschwand dann. Fünf Tage später wurde er in einem Fast-Food-Lokal in der Stadt Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania erkannt und verhaftet.
Nach der Tat hatte es in den USA ungewöhnlich viele Sympathiebekundungen für den mutmaßlichen Schützen gegeben. Millionen US-Amerikaner verzweifeln an dem teuren Gesundheitssystem ihres Landes.
