Beim Werben um Partnerinnen erzeugen männliche Tintenfische auffällige Muster. Die kontrastreichen Signale zeigen sie auf einem speziellen Armpaar, wie ein Forschungsteam im Fachjournal »PNAS« berichtet . Es handele sich um »Signale, die uns unbekannt bleiben, weil sie für das menschliche Auge unsichtbar sind«, schreibt die Gruppe um Arata Nakayama von der Universität Tokio.
Was beim Menschen Schmuck und Schminke, sind bei Tieren oft schillernde Muster und Farben: Damit wollen sie dem anderen Geschlecht imponieren. Von der Evolution würden Signale begünstigt, die in der jeweiligen Umgebung vom beabsichtigten Empfänger am besten gesehen werden, so die Forschenden.
Das Federkleid des Pfaus leuchtet auch für uns farbenfroh. Ein Merkmal von Licht, neben Farbe und Intensität, können Menschen hingegen nicht wahrnehmen: die Polarisation. Sie beschreibt die Ausrichtung von Lichtwellen. Tiergruppen wie Insekten, Krebstiere und Kopffüßer können sie erfassen, im Gegenzug sind manche farbenblind. Kopffüßern wie Kraken und Sepien fehlen etwa die Farbrezeptoren, sogenannte Zapfen, die Säugetiere für das Farbsehen nutzen.
Ähnlich wie das Farbsehen ist die Polarisation unter anderem bei der Navigation und Wahrnehmung von Nutzen, wie die Forschenden erläutern. Zudem reflektiert die Oberfläche mancher Tiere stark polarisiertes Licht, was als visuelles Signal dienen kann.
Arme als Werbeplakat
Das Team um Arata Nakayama hatte mit einer speziellen Kamera Sepien der Art Doratosepion andreanum untersucht, bei der Männchen zwei spezielle, als eine Art Werbeplakat genutzte Arme besitzen. Diese sind etwa dreimal so lang wie die entsprechenden Arme der Weibchen. Üblicherweise werden diese Arme eingerollt vor dem Kopf getragen. Während der Balz streckt das Männchen die Arme mit ihrem schillernden Streifenmuster aus. Ist ein Weibchen vom Anblick angetan, öffnet es binnen weniger Sekunden seine Arme und die Paarung findet statt.
Außerhalb der Balzzeit zeigen die Arme der Männchen sowie die Arme der Weibchen einfarbige, horizontal polarisierte Streifen – ein typisches Merkmal von Tintenfischarten, wie das Team erklärt. Während der Balzzeit erscheint hingegen ein dynamisches Muster stark polarisierter Bänder auf den zwei langen Armen werbender Männchen. Das einzigartige Muster setzt sich aus horizontal und vertikal polarisiertem Licht zusammen. Beteiligt sind reflektierende Zellen, sogenannte Iridophoren, und transparente Muskeln.
