Der kalifornische Gouverneur und Trump-Gegner Gavin Newsom hat eine offizielle Untersuchung gegen die neu gegründete US-Betreibergesellschaft von TikTok angekündigt, nachdem sich Berichte über blockierte Nachrichten und unterdrückte Videos häufen, die Kritik an der Trump-Regierung enthielten. Die zuständigen Behörden sollen prüfen, ob die Plattform gegen geltendes Recht verstoßen habe.
It’s time to investigate.
— Governor Gavin Newsom (@CAgovernor) January 27, 2026
I am launching a review into whether TikTok is violating state law by censoring Trump-critical content. https://t.co/AZ2mWW68xa
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Erste Probleme traten kurz nach der Übernahme des US-Geschäfts durch das neue Joint Venture TikTok USDS auf. Laut Angaben der Betreiber hatte ein Stromausfall in einem Rechenzentrum für Probleme gesorgt, sodass Inhalte nicht geladen werden konnten.
Am Montag häuften sich Berichte, die auf eine gezielte Blockade hindeuteten. Eine Reihe von TikTok-Nutzern konnten keine Nachrichten versenden, die den Namen Epstein enthielten. Stattdessen wurde eine Fehlerbenachrichtigung angezeigt, wonach die Inhalte gegen die Nutzungsbestimmungen der Plattform verstießen. Die schleppende Veröffentlichung der Akten um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sind immer noch ein Kernpunkt der Kritik an der Regierung von Donald Trump.
#tiktok #censorship #politics #epstein
— Josh Knows Best (@joshknowsbest.bsky.social) 2026-01-27T00:38:56.750Z
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Die neuen amerikanischen Betreiber der TikTok dementierten, dass Absicht hinter der Blockade stehe. »Wir haben keine Regeln gegen die Verwendung des Namens ›Epstein‹ in Direktnachrichten und untersuchen derzeit, warum einige Nutzer Probleme haben«, erklärte das Unternehmen laut NPR . Eine plausible Erklärung konnte das Unternehmen bisher nicht liefern.
Schon vor der Übernahme des US-Geschäfts durch regierungsnahe Investoren gab es immer wieder Kritik an Blockaden und der Moderationspraxis auf der Plattform. So enthüllte eine Recherche 2020, dass TikTok Kommentare mit Begriffen rund um Homosexualität in verschiedenen Sprachen unterdrückte. Diese Sperren wurden damals nicht transparent gemacht.
US-Stars beklagen Reichweiteneinbrüche
Aktuell beschweren sich reichweitenstarke US-Prominente, dass regierungskritische Inhalte nicht ausgespielt würden. Sängerin Billie Eilish postete in ihrer Instagram-Story einen Screenshot eines TikToks ihres Bruders Finneas , in dem er die Einwanderungsbehörde ICE kritisiert. Darin ist sichtbar, dass das Video zu dem Zeitpunkt nur 114 Likes hatte. Sie schrieb dazu: »TikTok bringt übrigens Leute zum Schweigen.« Finneas hat 3,9 Millionen Follower auf TikTok.
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In dem Video kritisierte er, dass in den USA Schulmassaker von Konservativen zugunsten des Rechts auf Waffenbesitz in Kauf genommen würden. Nun aber habe die US-Regierung den Tod von Alex Pretti damit gerechtfertigt, dass er eine Waffe bei sich trug. Einige Nutzerinnen und Nutzer auf TikTok haben darunter kommentiert, dass sie Probleme hatten, das Video anzusehen, es würde nicht richtig abspielen oder abbrechen und von vorn losgehen. Inzwischen scheinen die Probleme beseitigt zu sein, mittlerweile hat das Video auf TikTok knapp 370.000 Likes und 1,6 Millionen Views.
Schauspielerin Megan Slater sieht sich auf TikTok »zensiert und überwacht«. Sie könne nichts zu ICE auf TikTok hochladen: »Ich habe stundenlang versucht, dasselbe Video hochzuladen, aber es wurde niemandem angezeigt ♥️SCHAFFT ICE AB! TikTok löschen!« Sie selbst kündigte an, ihren TikTok-Account zu löschen und rief andere auf, es ihr gleichzutun.
TikTok dementiert auch in diesem Zusammenhang gezielte Zensur. Nach Darstellung des Unternehmens handle es sich um Probleme, die auf den Rechenzentrumsfehler vom Wochenende zurückzuführen seien. »Wir entschuldigen uns für diese Störung und hoffen, sie bald beheben zu können«, erklärt das Unternehmen auf der Plattform X.
Inzwischen sorgt auch eine Passage in den Nutzungsbedingungen von TikTok für Aufsehen. Demnach sammelt die Plattform Informationen, die unter anderem Rückschlüsse auf den Einwanderungsstatus seiner Nutzerinnen und Nutzer erlauben. Diese Passage war allerdings bereits vor der Übernahme des US-Geschäfts Teil der Geschäftsbedingungen, wie das Portal »Techcrunch« recherchiert hat .


