SpOn 21.12.2025
09:25 Uhr

Thailand und Kambodscha: Hunderttausende Menschen fliehen


Ein Friedensabkommen zwischen Thailand und Kambodscha hielt nur kurz, nun sind nach offiziellen Angaben fast eine Million Menschen auf der Flucht.

Thailand und Kambodscha: Hunderttausende Menschen fliehen

Im wieder aufgeflammten Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha sind offiziellen Angaben zufolge Hunderttausende in beiden Ländern vertrieben worden. Derzeit seien »mehr als eine halbe Million Kambodschaner, darunter Frauen und Kinder,« auf der Flucht, erklärte das Innenministerium in Phnom Penh. Nach Angaben aus Bangkok wurden auf thailändischer Seite rund 400.000 Menschen vertrieben.

Bei den im Dezember erneut ausgebrochenen Kämpfen zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarländern wurden nach Behördenangaben mindestens 22 Menschen in Thailand und 19 in Kambodscha getötet, darunter Soldaten und Zivilisten. Beide Seiten beschuldigen einander, die erneuten Zusammenstöße ausgelöst zu haben. Zuvor war der Konflikt im Juli eskaliert. Auch damals gab es zahlreiche Tote.

Konflikt dreht sich um einen Tempel

Die Wurzeln des Konflikts liegen in der Kolonialzeit, als Frankreich den Grenzverlauf festlegte. Die Regierungen beider Nachbarländer interpretieren diese Grenzziehung aber unterschiedlich. Im Zentrum des Streits steht ein jahrhundertealter Tempel, der seit 2008 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Gefechten zwischen den Streitkräften beider Länder.

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Erst Ende Oktober hatten die Konfliktländer unter Vermittlung der USA ein Abkommen unterzeichnet, das einen langfristigen Frieden sichern sollte. Thailand setzte die Umsetzung des Friedensabkommens vor knapp einem Monat jedoch aus, wenig später gab es wieder Kämpfe.

tmk/AFP/dpa