Im blutigen Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha gehen die Gespräche über eine dauerhafte Waffenruhe möglicherweise in eine entscheidende Phase. An diesem Samstag ist ein Treffen der Verteidigungsminister beider Länder an einem Grenzkontrollpunkt in Thailand geplant. Vorausgegangen waren in den vergangenen Tagen vorbereitende Beratungen in einem gemeinsamen Ausschuss zu Grenzfragen.
Der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul äußerte am Freitag in Bangkok die Hoffnung, dass sich beide Seiten auf eine gemeinsame Erklärung einigen werden. Diese soll laut ihm dem Vorbild einer Erklärung vom Oktober folgen, die Schritte zu einem dauerhaften Frieden vorsah.
Thailand spricht von nötigem Angriff
Damals hatten sich beide Seiten nach neuen Gefechten im Sommer und einer vereinbarten Feuerpause unter anderem auf den Abzug schwerer Waffen aus dem Grenzgebiet sowie gemeinsame Minenräumung verständigt. Seit Anfang Dezember kam es jedoch zu neuen Kämpfen an mehreren Stellen der Grenze.
So kam es auch am 26. Dezember zu Kampfhandlungen. Das kambodschanische Verteidigungsministerium gab an, Thailand habe ein Dorf in der Provinz Banteay Meanchey bombardiert. Die Provinz Banteay Meanchey liegt im Nordwesten Kambodschas und grenzt an Thailand. Zunächst wurden keine Verletzten oder Verwundeten gemeldet, doch laut des kambodschanischen Verteidigungsministeriums wurden Häuser und Infrastruktur zerstört.
Thailands Militär bestätigte den Angriff und sagte, dieser sei notwendig gewesen, um die thailändische Sa Kaeo Provinz zu schützen. Diese grenzt an die kambodschanische Provinz Banteay Meanchey. Der Konflikt beider Länder um Gebietsansprüche schwelt bereits seit Jahrzehnten.
