Der Absatzrückgang beim US-Elektroautobauer Tesla hinterlässt Spuren. Der Umsatz des Unternehmens, zu dem neben dem Autogeschäft unter anderem auch eine Sparte mit stationären Stromspeichern gehört, schrumpfte nach Angaben vom Mittwoch im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 94,83 Milliarden Dollar.
Der Aktienkurs kletterte nach der Veröffentlichung zuletzt dennoch um mehr als sieben Prozent nach oben. Experten verwiesen auf einen höher als erwartet ausgefallenen Gewinn je Aktie im vierten Quartal.
Tesla verbuchte 2025 den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. 2024 hatte der Umsatz trotz der niedrigeren Auslieferungen noch um ein Prozent zugelegt.
Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sanken die Tesla-Auslieferungen um rund 15 Prozent. Im dritten Quartal trieb die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie Ende September den Absatz zwischendurch auf ein Rekordhoch. Im Vierteljahr darauf folgte dann die Quittung mit dem nächsten Rückgang.
Das schlug sich auch in der Bilanz nieder. Der Umsatz fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar und der Gewinn sackte um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab.
Tesla hat bisher nur wenige Robotaxis im Einsatz
Firmenchef Elon Musk spielt allerdings die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.
So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.
US-Präsident Donald Trump sorgte unterdessen nicht nur dafür, dass die Steuervergünstigung von 7500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief, sondern entzog Tesla mit dem Aushöhlen der Regeln zum CO₂-Ausstoß auch eine verlässliche Geldquelle: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten. In den vergangenen Jahren hatte Tesla die Gewinnsituation mit dem Verkauf der Verschmutzungsrechte immer wieder ordentlich aufgebessert. Doch nun sind andere Autobauer weniger daran interessiert. Teslas Erlöse aus dem Zertifikatehandel fielen im vergangenen Quartal auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar gewesen – und 2,76 Milliarden Dollar im gesamten Jahr.
Autokäufer in den USA griffen zuletzt verstärkt zum Verbrenner und zu Hybrid-Antrieben
Das Jahr 2025 lief für Tesla holperig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Dabei ging er eher rabiat vor und brüstete sich unter anderem damit, die Entwicklungshilfe-Behörde »in den Holzhäcksler« geworfen zu haben. Musk und Trump gingen im Frühsommer im Streit auseinander, was der Präsident mit der Abschaffung der Elektroauto-Prämie erklärte. Musk bestritt das. Inzwischen vertragen sich die beiden wieder.
Wegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-Käufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck wirkt wie ein Flop.
In den USA griffen Autokäufer im vergangenen Jahr verstärkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben – und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch, unter anderem aus China.
Musk äußerte sich jetzt auch zu den Tesla-Modellen S und X. Der Konzern stellt die beiden größeren Elektroauto-Modelle ein, um Kapazitäten für die Roboter-Produktion freizumachen. Besitzer der Wagen würden über die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische Unterstützung bekommen, versicherte Tesla-Chef Elon Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Produktion der beiden Modelle solle aber im kommenden Quartal auslaufen.
Das 2012 eingeführte Model S war das erste komplett im eigenen Haus entwickelte Fahrzeug von Tesla. Es begründete den Ruf der Firma als Hersteller von Elektroautos, die mit guter Reichweite, Geschwindigkeit und attraktivem Design gegen die damals auf dem Markt dominierenden Wagen mit Verbrennermotoren bestehen können. Das Model X mit den markanten Flügeltüren folgte 2015. Danach wurden die beiden Modellreihen immer mal wieder aufgefrischt. Inzwischen machen die neueren Fahrzeuge Model 3 und Model Y den Großteil des Tesla-Geschäfts aus: Im vergangenen Jahr entfielen auf sie fast 97 Prozent der Auslieferungen.
Auf den bisherigen Produktionslinien für Model S und X sollen künftig die humanoiden Roboter von Tesla mit dem Namen Optimus gebaut werden. Musk hatte jüngst in Aussicht gestellt, sie bis Ende kommenden Jahres in den Verkauf bringen zu wollen.
