Tesla macht offenbar einen weiteren Schritt zum autonomen Fahren mit seinen sogenannten Robotaxis. Am Wochenende berichteten mehrere Beobachter aus der texanischen Hauptstadt Austin, dass die dort für einen kommerziellen Fahrdienst ausgerüsteten Tesla Model Y erstmals auch ohne Aufpasser auf dem Beifahrersitz gesehen wurden. Dies wäre ein Hinweis, dass Tesla der Software zutraut, die Autos tatsächlich selbstständig durch die Stadt zu navigieren (oder sie fernsteuert).
Auf der Plattform X tauchte ein Video auf, in dem eines der Robotaxis zu sehen sein soll – ohne Sicherheitsfahrer. Aber auch: ohne Fahrgast. Später bestätigte Firmenchef Elon Musk auf der Plattform: »Die Tests werden ohne Insassen im Fahrzeug durchgeführt.«
A driverless Tesla Robotaxi was spotted on the roads of Austin, Texas today.
— DogeDesigner (@cb_doge) December 14, 2025
No one in the car. No safety driver.
Fully autonomous.
This is actually happening.
pic.twitter.com/MSmRaeyJwj
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Musk hatte jahrelang die Erwartungen geschürt, bald ganz auf menschliche Fahrer verzichten zu können. Dies sollte einen riesigen, flexiblen und profitablen Fahrdienst ermöglichen. Seit Juni nimmt Tesla in Austin tatsächlich zahlende Fahrgäste mit, aber nur im kleinen Stil. Der Seite »Robotaxi-Tracker« zufolge gibt es in Austin derzeit 31 aktive Fahrzeuge. Darin bleibt der Fahrersitz frei, bislang müssen jedoch Sicherheitsfahrer mitfahren, die im Notfall vom Beifahrersitz aus die Kontrolle übernehmen.
Zweifel an Teslas Zuverlässigkeit
Experten und Rivalen haben Zweifel daran, wie zuverlässig Teslas autonom fahren können, da Musk nur auf Kameras und lernende Software setzen will und auf teurere Lidar- oder Radarsensoren verzichtet, die die Umgebung erkennen. Damit hebt sich Tesla von Wettbewerbern ab, die sich für den fahrerlosen Betrieb mehrfach absichern, um Unfälle möglichst komplett auszuschließen.
Trotz der höheren Kosten haben einige Firmen schon seit Jahren Robotaxis auf die Straßen gebracht. Der aktuell mit Abstand führende Anbieter Waymo aus dem Google-Konzern Alphabet lässt inzwischen mehr als 3000 fahrerlose Elektroautos der Marke Jaguar in fünf US-Städten fahren, darunter seit März auf der Plattform des Mitfahrdienstes Uber auch in Austin. In diesem Jahr haben Kunden nach Firmenangaben bereits mehr als 14 Millionen Fahrten mit Waymo zurückgelegt. 2026 soll der Betrieb auf 20 weitere Städte ausgedehnt werden, auch international nach London und Tokio.
Bisher sieben Unfälle gemeldet
Kritik ziehen auch Waymo und die anderen auf Robotaxis spezialisierten Firmen immer wieder auf sich. Zuletzt musste Waymo Anfang Dezember seine – neuerdings auf aggressiveren Fahrstil programmierte – Software zurückrufen, weil die Robotaxis mehrfach das Überholverbot von anhaltenden Schulbussen missachteten. Insgesamt zeigt die Unfallstatistik nach mehreren Hundert Millionen zurückgelegten Meilen aber eine deutlich bessere Bilanz als bei menschlichen Fahrern.
Tesla hingegen hält wichtige Daten unter Verschluss. Seit dem Start in Austin muss die Firma zumindest Unfälle der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA melden. Bislang waren es sieben, was laut dem Fachportal »Electrek« eher auf eine überdurchschnittlich hohe Unfallquote schließen lässt – unabhängig davon, ob die Schuld jeweils beim Tesla-System oder den anderen Verkehrsteilnehmern lag. Schwer verletzt wurde dabei kein Mensch.
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Außer in den USA sind Robotaxis vor allem in China verbreitet, von wo manche Anbieter auch nach Abu Dhabi oder Seoul expandiert sind. In Europa laufen mehrere Versuche, die noch vor dem kommerziellen Betrieb stehen, etwa von der Volkswagen-Tochter Moia in Hamburg . Anfang Dezember geschah im chinesischen Zhuzhou ein schwerer Unfall, als ein Robotaxi der Firma Hello einen Fußgänger überfuhr und eine weitere Passantin zur Seite rammte.
Den Start der Robotaxis von Tesla in Austin bewerteten einige Experten kritisch. Mehr dazu lesen Sie hier .
