SpOn 04.03.2026
22:54 Uhr

Tesla: IG Metall verfehlt Mehrheit bei Betriebsratswahl in Grünheide


Per Videobotschaft hat Elon Musk vor der Gewerkschaft gewarnt. Die Abstimmung über den neuen Betriebsrat dürfte ihn nun zufriedenstellen. Die IG Metall muss sich der gewerkschaftsunabhängigen Giga United geschlagen geben.

Tesla: IG Metall verfehlt Mehrheit bei Betriebsratswahl in Grünheide

Bei der Betriebsratswahl im einzigen deutschen Tesla-Werk hat die gewerkschaftsunabhängige Liste »Giga United« gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis entfielen 24 der 37 Sitze auf Listen ohne Gewerkschaftsbindung, teilte eine Sprecherin mit. »Giga United«, angeführt von der Betriebsratsvorsitzenden Michaela Schmitz, habe die meisten Stimmen erhalten. Die IG Metall-Liste wurde zweitstärkste Kraft.

Der IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto, sagte, die IG-Metall-Liste »Tesla Workers GFFB« sei zweitstärkste Kraft geworden – »trotz aller Attacken des Managements und eines außergewöhnlich unfairen Wahlkampfs«. Laura Arndt und Philipp Schwartz von »Tesla Workers GFFB« erklärten, man werde sich im neuen Betriebsrat dafür einsetzen, dass sich für die Beschäftigten in der Gigafactory etwas ändere.

Bei der Betriebsratswahl vor zwei Jahren stellte die IG Metall die größte Gruppe, die Sitzmehrheit lag jedoch bei nicht gewerkschaftlich organisierten Vertretern.

Die Wahl, die am Montag begann, war wegen des Konflikts zwischen Tesla und der IG Metall mit Spannung erwartet worden. Es ging aus Sicht beider Seiten um eine Richtungsentscheidung, ob die Gewerkschaft mehr Einfluss bekommt oder der geplante Ausbau des Werks weitergeht. Insgesamt traten elf Listen an.

Tesla-Chef Elon Musk hatte sich vorab in einer Videobotschaft an die Belegschaft  in Brandenburg gewandt und indirekt vor der Gewerkschaft gewarnt. »Die Dinge werden sicherlich schwieriger, wenn es sozusagen externe Organisationen gibt, die Tesla in die falsche Richtung drängen«, sagte Musk. »Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern.«

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Die IG Metall wirbt für einen Tarifvertrag, den Tesla-Werksleiter André Thierig ablehnt. Bei einer jüngsten Betriebsratssitzung war es zum Eklat gekommen: Tesla warf einem IG-Metall-Vertreter vor, heimlich mitgeschnitten zu haben. Die Gewerkschaft weist den Vorwurf zurück, Ermittlungen laufen. Beide Seiten einigten sich vor dem Arbeitsgericht im Streit über Äußerungen auf einen Vergleich.

In Teslas deutscher Gigafabrik hatte die IG Metall bislang nicht viel zu melden. Und vor der Betriebsratswahl sorgte das Management dafür, dass das auch so bleibt. SPIEGEL-Recherchen zeigen: Die Führung setzte dabei auf fragwürdige Methoden. Lesen Sie hier  mehr dazu.

luc/dpa/Reuters