Die örtliche Polizei berichtete laut der Nachrichtenagentur dpa, dass sie am Sonntag gegen 3.40 Uhr vom Brand eines Schuppens auf einem Privatgrundstück in einem Ortsteil der Brandenburger Stadt Templin erfahren habe. Das Grundstück gehört dem Antisemitismusbeauftragten des Bundeslandes, Andreas Büttner, wie Büttner selbst der dpa mitteilte. Zuvor hatte der Evangelische Pressedienst (epd) von dem mutmaßlichen Brandanschlag berichtet.
Die von der Polizei alarmierte Feuerwehr habe den Brand bekämpft. Niemand sei verletzt worden. Der Staatsschutz nahm nach Angaben der Polizei Ermittlungen wegen Brandstiftung auf.
In unmittelbarer Nähe des angrenzenden Schuppens sei ein verfassungsfeindliches Symbol aufgebracht worden. Der Hintergrund des Anschlags und die Motivlage seien Gegenstand weiterer Ermittlungen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll auf der Haustür ein rotes Dreieck als Symbol der palästinensischen Terrororganisation Hamas aufgebracht worden sein.
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Büttner, nach Mitgliedschaften in der FDP und CDU nun Politiker der Linken, ist seit Juni 2024 Antisemitismusbeauftragter in Brandenburg. Im August 2024 war ein rechtsextremer Anschlag auf das Privatauto von Büttner verübt worden, der im Privatleben Polizeibeamter in Berlin ist. Sein Fahrzeug war in Templin mit Hakenkreuzen verunstaltet worden.
Der dpa sagte Büttner nach dem erneuten Überfall: »Meine Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt im Haus. Wir sind körperlich unverletzt, stehen aber unter dem Eindruck eines schweren Angriffs.« Büttner erklärte: »Ich werde mich davon nicht einschüchtern lassen.«
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verurteilte den Vorfall in Templin im Landkreis Uckermark am Sonntag »auf das Schärfste«. »Extremismus in jedweder Form darf in Brandenburg keinen Platz haben«, erklärte er. »Gewalt gegen Personen oder Dinge ist und bleibt absolut inakzeptabel.«
Innenminister René Wilke, ebenfalls SPD, erklärte, Büttner leiste als Antisemitismusbeauftragter »einen besonderen Dienst am Land und seinen Menschen«. »Dass ihn sein Eintreten gegen Extremismus und Hass selbst zur Zielscheibe von Gewalt macht, ist verachtenswert.«
Zuletzt hatte Büttner im November in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Potsdam, Evgueni Kutikow die Ausstellung »Commune« im Fluxus Museum der brandenburgischen Hauptstadt scharf kritisiert. In der Schau war unter anderem eine Darstellung des Holocaustopfers Anne Frank mit einem sogenannten Palästinensertuch zu sehen.
