SpOn 04.02.2026
18:40 Uhr

Telekom – Nvidia: KI-Großanlage in München eröffnet


Lars Klingbeil war da, natürlich auch Markus Söder – in München haben die Telekom und Nvidia feierlich ein Großprojekt in Betrieb genommen. Europa soll zeigen, dass es auch künstliche Intelligenz kann.

Telekom – Nvidia: KI-Großanlage in München eröffnet

Deutschland springt auf den KI-Zug auf: Mit großem Tamtam hat die Deutsche Telekom in München ihre erste große KI-Fabrik eröffnet. Die Anlage in der Nähe des Englischen Gartens sei die Basis für innovative Geschäftsmodelle für die Industrie, Start-ups und den Staat, sagte Konzernchef Timotheus Höttges.

Das Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Chipkonzern Nvidia und Europas größten Softwarekonzern SAP war mit einer Investition von mehr als einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht worden. »Wir beweisen hier, dass Europa auch künstliche Intelligenz kann«, sagte Höttges vor der anwesenden Politprominenz.

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) nannte das Großprojekt als ein Beispiel dafür, dass inzwischen in Deutschland auch die privaten Investitionen angelaufen seien. Es profitierten nicht nur innovative Unternehmen, sagte Klingbeil, das Projekt stärke auch die digitale Souveränität.

Söder beschwört eigene Stärke

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, Deutschland könne und wolle sich nicht von den Amerikanern komplett abkoppeln . Mit eigenen Akzenten könne man aber den Wert der Partnerschaft deutlich erhöhen. »Das können wir aber nur, wenn wir eigene Stärke haben.«

Für das große Rechenzentrum wurden 10.000 Grafikprozessoren von Nvidia angeschafft, die vor allem KI-Anfragen aus Unternehmen in der Umgebung bearbeiten sollen. Gemeinsam mit dem Softwarekonzern SAP stellt die Telekom einen sogenannten Deutschland-Stack bereit. Dieser besteht aus Anwendungen künstlicher Intelligenz, bei denen die Daten besonders stark gesichert werden.

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Die Telekom reagiert damit auf Bedenken innerhalb der deutschen Wirtschaft oder bei Behörden, die bei besonders heiklen Daten nicht von den großen amerikanischen Techkonzernen wie Amazon, Microsoft oder Google abhängig sein wollen.

Das Rechenzentrum im wiederbelebten Tucherpark aus den Sechzigerjahren wird nach Angaben der Telekom vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. »Es ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt«, erklärte das Unternehmen. Die Abwärme werde in Zukunft das gesamte Quartier mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setze auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahen Eisbachs.

hba/dpa