SpOn 19.12.2025
10:21 Uhr

Tasmanien: Flaschenpost umrundet zwei Drittel der Antarktis


2023 hat ein deutscher Wissenschaftler zwischen Südamerika und der Antarktis eine Flaschenpost ins Meer geworfen, nun wurde sie auf Tasmanien gefunden. Für seine Familie ist es ein kleines Weihnachtswunder.

Tasmanien: Flaschenpost umrundet zwei Drittel der Antarktis

Sie legte mindestens 15.000 Kilometer zurück: Eine Flaschenpost hat zwei Drittel des antarktischen Kontinents umrundet. Ein Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hatte sie im Februar 2023 auf dem Rückweg von einer Forschungsexpedition in der Drake-Passage ins Meer geworfen – für seine Kinder, die Weihnachten ohne ihn verbracht hatten. Mehr als zwei Jahre später erhielt der Geowissenschaftler Johann Klages nun eine E-Mail aus Tasmanien, wie eine Sprecherin des Instituts in Bremerhaven berichtete. »Ich war wirklich baff und unsere Kinder natürlich auch«, sagte Klages demnach.

Flaschenpost landet an rauer Küste

In der Mail schrieb Toby Ray, ein Verwaltungsmitarbeiter der australischen Insel, dass er die Flaschenpost bereits im August 2025 gefunden und einen Brief an Klages geschrieben hatte. Als die Post nach drei Monaten als unzustellbar zurückkam, machte sich Ray auf die Suche nach einer E-Mail-Adresse und wurde fündig. Im Dezember folgte der E-Mail-Verkehr – zur Freude beider Seiten.

Ray erzählte davon, wie er den besonderen Fund am Strand entdeckte, weil sein Kumpel dort eine angeschwemmte Boje sah. »Er hielt an, um sie aufzusammeln, ich fuhr neben ihm her und sah zufällig die Flasche.« Der Fund habe ihn überwältigt, denn die Küste sei rau und abgelegen.

Die Flaschenpost ist dem AWI zufolge auch wissenschaftlich spannend. Klar ist, dass sie im Uhrzeigersinn rund um den antarktischen Kontinent gedriftet sein muss, denn das ist die Fließrichtung des sogenannten Antarktischen Zirkumpolarstroms«, erklärte die AWI-Sprecherin.

15.000 Kilometer in etwa 900 Tagen

Für die mindestens 15.000 Kilometer hat die Flaschenpost demnach maximal 900 Tage benötigt. Die Reise der Flasche soll nun genauer untersucht werden – in Zusammenarbeit mit einer tasmanischen Ozeanografin, die eine Modellierung mit den Strömungsdaten erstellen möchte.

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Der Geowissenschaftler Klages ist immer noch erstaunt und froh, dass die Flaschenpost die lange Reise überstand und gefunden wurde. Und dass sich der Finder auch noch die Mühe machte, dem Absender zu antworten. Zu Weihnachten bekommt Familie Klages vielleicht Post aus Tasmanien. Toby Ray hat einen Brief losgeschickt und hofft, dass er diesmal ankommt.

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sei/dpa