SpOn 05.01.2026
10:20 Uhr

Taiwan wirft China massive Cyberangriffe vor


Taiwan ‍wirft China massive Cyberangriffe auf seine kritische Infrastruktur vor. Durchschnittlich gebe es 2,6 Millionen Angriffe jeden Tag. Zu den Hauptzielen gehören demnach Krankenhäuser und Banken.

Taiwan wirft China massive Cyberangriffe vor

China erhöht den Druck auf Taiwan. Der Inselstaat meldet eine massive Zunahme von Cyberangriffen auf seine kritische Infrastruktur und macht Peking dafür verantwortlich. Betroffen seien etwa Krankenhäuser und Banken.

Die Zahl der ‌Attacken sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf durchschnittlich 2,63 Millionen pro Tag gestiegen, teilte das nationale Sicherheitsbüro der Insel am Sonntag mit. Einige Angriffe seien zeitlich mit Militärübungen abgestimmt worden, um als »hybride Bedrohungen« die Insel lahmzulegen. Taiwan beklagt seit Jahren eine »hybride Kriegsführung« Pekings, die von militärischen Drohgebärden bis zu Desinformationskampagnen reicht.

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Dem Bericht zufolge stieg die Zahl der täglichen Angriffe im Vergleich zu 2023, ‌als die Behörde erstmals Daten veröffentlichte, um 113 Prozent. Besonders stark sei der Anstieg in Sektoren ⁠wie Energie, Rettungsdiensten ‍und Krankenhäusern gewesen. Dies deute auf einen »gezielten Versuch Chinas hin, die entscheidende Infrastruktur Taiwans gezielt zu schwächen und staatliche sowie gesellschaftliche Funktionen zu stören oder lahmzulegen«, hieß es in dem ​Bericht. Chinas »Cyber-Armee« habe ihre Aktionen zeitlich auf militärischen und politischen ‌Druck abgestimmt. So seien ⁠bei 23 von 40 Militärpatrouillen in der Nähe Taiwans auch die Cyberangriffe verstärkt worden.

Halbleiterindustrie im Visier

Auch die Wissenschaftsparks, in denen Taiwans Halbleiterindustrie mit Firmen wie TSMC angesiedelt ist, seien Hauptziele gewesen. Dabei hätten die Angreifer verschiedene Techniken eingesetzt, um fortschrittliche Technologien ⁠zu stehlen. Dies sei ein Versuch, Chinas technologische Eigenständigkeit zu stärken und zu verhindern, dass China im Technologiewettbewerb mit den USA ins Hintertreffen gerate, hieß es ‌in dem Bericht weiter.

Das chinesische Büro ‍für Taiwan-Angelegenheiten reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. China bestreitet regelmäßig, an Hackerangriffen beteiligt zu sein. ‍Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als ihr Territorium und hat den Einsatz von Gewalt nicht ausgeschlossen, um die Insel ‍unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Regierung in Taipeh lehnt die Souveränitätsansprüche Chinas entschieden ⁠ab ​und erklärt, nur das taiwanische Volk könne über seine Zukunft entscheiden. Ende Dezember hatte China ein Großmanöver um Taiwan gestartet. Mehr dazu lesen Sie hier. 

asc/Reuters