SpOn 27.11.2025
07:33 Uhr

Taiwan-China-Konflikt: Donald Trump legt Japans Premierministerin Zurückhaltung nahe


Jüngste Äußerungen von Premierministerin Takaichi über eine mögliche Verteidigung Taiwans durch Japan haben China erzürnt. In einem Telefonat riet der US-Präsident Tokios Regierungschefin, Peking nicht zu provozieren.

Taiwan-China-Konflikt: Donald Trump legt Japans Premierministerin Zurückhaltung nahe

US-Präsident Donald Trump hat Japans Premierministerin Sanae Takaichi nahegelegt, eine weitere Eskalation im Streit mit China über Taiwan zu vermeiden. Trump habe der Regierungschefin in einem Telefonat am Dienstag geraten, Peking nicht weiter zu provozieren. Darüber berichten das »Wall Street Journal«  und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei japanische Regierungsvertreter. Die US-Zeitung beruft sich zudem auf einen US-Vertreter. Konkrete Forderungen habe Trump nicht gestellt, hieß es weiter.

Takaichi hatte Anfang November den schwersten diplomatischen Konflikt mit China seit Jahren  ausgelöst. Sie erklärte vor dem Parlament, ein hypothetischer chinesischer Angriff auf Taiwan könne eine japanische Militäraktion auslösen. Peking reagierte wütend und forderte eine Rücknahme der Äußerungen, was bislang nicht geschah. Trump führte das Gespräch mit Takaichi unmittelbar nach einem Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping – ohne sie ausdrücklich zu einer Rücknahme ihrer Worte zu drängen.

Trump erwähnt Sojabohnen

In Tokio habe man das Signal mit Sorge aufgenommen, berichtet das »Wall Street Journal« : Trump wolle offenbar Konflikte über Taiwan vermeiden, um die zuletzt erzielte Entspannung mit Peking und neue chinesische Agrarkäufe in den USA nicht zu gefährden. Xi und Trump hatten im Oktober einen vorläufigen Handelstransfer vereinbart, der den US-Export von Sojabohnen  und anderen Produkten ankurbeln soll.

Auf eine Anfrage der US-Zeitung erklärte Trump schriftlich, die Beziehungen zu China seien »sehr gut« – und das sei auch im Interesse Japans. Xi werde die Einkäufe amerikanischer Agrargüter »deutlich erhöhen«, so Trump, und fügte hinzu: »Alles, was unseren Farmern hilft, ist gut für mich.« »Wir haben wunderbare Handelsabkommen mit Japan, China, Südkorea und vielen anderen Nationen geschlossen, und die Welt ist in Frieden«, schrieb Trump weiter. »Lasst uns dafür sorgen, dass das so bleibt!«

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Die Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas, »People’s Daily«, forderte die USA am Donnerstag auf, Japan zu zügeln und eine Wiederbelebung des Militarismus zu verhindern. China und die USA teilten eine gemeinsame Verantwortung, die Nachkriegsordnung zu bewahren, hieß es in dem Leitartikel.

col/Reuters