Taiwan hat einen »allgemeinen Konsens« mit den USA über ein Handelsabkommen erzielt. Unterhändler des demokratischen Inselstaats berichten von einer Einigung auf »gegenseitige Zollsenkungen« sowie die »bevorzugte Behandlung« für »Halbleiter, Halbleiterderivate und andere Artikel« aus Taiwan. Derzeit werde über einen Termin für ein abschließendes Treffen beider Seiten beraten. Dem vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen.
Nach Informationen der »New York Times« könnte der Zollsatz für Taiwan auf 15 Prozent gesenkt werden. Der weltweit führende Chiphersteller TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Corporation) würde sich zum Bau von mindestens fünf weiteren Produktionsstätten im US-Bundesstaat Arizona verpflichten. Damit würde das Unternehmen die Zahl seiner Fabriken in dem Staat demnach verdoppeln. Ein Sprecher von TSMC wollte der »NYT« keinen Kommentar dazu geben.
Taipeh und Washington hatten im April mit Verhandlungen über ein Handelsabkommen begonnen, nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle in Höhe von 32 Prozent auf taiwanische Importe verhängt hatte, die später auf 20 Prozent reduziert wurden. Daraufhin sagte der taiwanische Präsident Lai Ching-te zu, die Investitionen in den USA anzukurbeln und die Verteidigungsausgaben Taiwans zu erhöhen.
Taiwans Außenhandelsüberschuss mit den USA war im Jahr 2024 mit knapp 74 Milliarden Dollar (aktuell rund 65,1 Milliarden Euro) der siebthöchste der Welt. Die Insel exportiert vorwiegend Informations- und Technologieprodukte in die USA.
Taiwan gilt als Zentrum der Computerchip-Industrie, Konzerne wie Nvidia oder Apple lassen hier fertigen. Die Nachfrage nach KI-Rechenzentren sorgte zuletzt dafür, dass die Ausfuhren des Landes historisch nach oben gingen. Die Exporte in die USA seien sogar um 144,3 Prozent gestiegen, im Oktober 2025 machten Waren mit dem Ziel USA mehr als ein Drittel aller Exporte aus.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von einer Senkung der Zinsen die Rede. Das ist falsch. Gemeint sind natürlich Zölle. Wir haben die Meldung korrigiert.
