In Myanmar sind bei einem Luftangriff auf einen Teeladen offenbar mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Der Angriff im Ort Tabayin sei durch die regierende Militärjunta verübt worden, hieß es weiter. Es werde davon ausgegangen, dass die Zahl der Toten noch steige.
In dem Teeladen hatten sich den Angaben zufolge am Freitagabend Dutzende Menschen versammelt, um die Wiederholung eines Fußballspiels von Myanmars Frauen-Nationalteam zu sehen. Nach Zeugenaussagen wurden zwei Bomben direkt über dem Teeladen abgeworfen. Das jüngste Opfer sei fünf Jahre alt, hieß es, das älteste 77. Die Hintergründe des Angriffs waren zunächst nicht bekannt, das Militär äußerte sich nicht.
Immer wieder Angriffe aus der Luft
Seit dem Militärputsch im Februar 2021 versinkt das Land in Chaos und Gewalt. Die demokratisch gewählte Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde entmachtet, die Junta regiert mit eiserner Faust. Mit Angriffen aus der Luft geht das Militär immer wieder gegen Widerstandsgruppen vor, trifft dabei aber oft Zivilisten.
Schätzungen zufolge wurden seit dem Militärputsch 6400 Zivilistinnen und Zivilisten getötet und 28.700 verhaftet. Der Bürgerkrieg hat eine schwere humanitäre Krise ausgelöst: Fast 20 Millionen Menschen im Land benötigen humanitäre Hilfe; ein Drittel der Bevölkerung hat nicht genug Nahrung.
Laut Angaben des »Burma News International – Myanmar Peace Monitor« (BNI-MPM) griff die Junta von Januar bis Juni 637 Stellungen des Widerstands aus der Luft an, außerdem zivile Ziele wie Dörfer, Schulen, buddhistische Klöster und Kirchen. Der Monitor warnt, die von der Junta zum Jahresende angesetzten Wahlen könnten den Konflikt weiter verschärfen.
Myanmar plant für Dezember allgemeine Wahlen, die ersten seit dem Staatsstreich von 2021. Kritiker gehen davon aus, dass sie weder frei noch fair sein und es dem Militär ermöglichen werden, weiterhin unkontrollierte Macht im Land auszuüben.



